Eigentlich wollen Bienen nichts als Honig sammeln

Der Autor Andrej Kurkow gehört ab sofort zu meinen schreibenden Lieblingszeitgenossen. Sein Roman Graue Bienen erzählt von den Menschen in einem Kriegsgebiet und ihren Überlebensstrategien. Der Roman ist nicht nur wichtig für diese Zeit, sondern gleichermassen literarisch hochstehend. Ausserdem so anschaulich, als hätte man statt gelesen, einen Film geschaut. Und gerade jetzt ist es angesagt, sich noch einmal die Anfänge des Ukrainekonflikts zu vergegenwärtigen.

Zur Geschichte: Was der Mensch nicht sehen und hören will, hört und sieht er nicht. Und so hat es Sergej Sergejowitsch geschafft, die Geräusche des Krieges, der sich seit drei Jahren in Sichtweite seines Häuschens abspielt, zu ignorieren oder als Teil des Alltags wahrzunehmen. Viel mehr als über Geschützdonner regt er sich über den einzigen Menschen auf, der gleich ihm im Dorf ausharrt: Paschka Chmelenko. Paschka ist sein Feind aus der Kindheit, ausserdem hält sich Paschka an die prorussischen Kämpfer. Vielleicht nicht aus wirklicher Sympathie, aber sie versorgen ihn mit Fleisch, Brot und Wodka. So richtig auf eine Seite mag sich keiner der beiden schlagen­; ihre Neigung zu der einen oder anderen Partei hängt bei Paschka und Sergej, so scheint es, davon ab, wo ihr Haus im Dorf steht: Sergejs Garten schaut auf die ukrainischen Schützengräben hinaus, Paschkas auf die Unterstände der Separatisten. 

Es ist dieser feine ironische Unterton, der nichts benennt, aber alles sagt, der mir an diesem Buch besonders gefällt und die schlichte Wahrheit, die dahintersteckt. Was interessiert gewöhnliche Menschen die Politik? Wichtig ist ihnen, dass sie ihr Leben in Ruhe weiterführen können, dass das Handy geladen und der Kohlekeller voll ist, dass man sich ins Nachbardorf begeben kann, ohne auf eine Granate zu treten. Welche Absurditäten die Politik mit sich bringt, sei an folgender Buchszene veranschaulicht:

Eines Abends bekommt Sergej Besuch vom ukrainischen Soldaten Petro. Petro erzählt, dass jetzt in Kiew die Strassen umbenannt würden. Sergej gefällt die Idee. Er macht sich eines Nachts auf, die Schilder der zwei Dorfstrassen auszutauschen: aus der Leninstrasse wird nun die Schewtschenko-Strasse und umgekehrt.

Alles in allem verläuft der Tag im Dorf eintönig. Sergejs Sorge gilt seinen Bienen, die nach dem Winter wieder ausfliegen wollen. Seine Bienen sind ihm das Wichtigste, und er macht sich eines Tages trotz aller Unwägbarkeiten auf die Reise. Bis seine Bienen ausfliegen können, muss er allerdings ein paar Kontrollposten passieren und viele Fragen beantworten. Er begegnet hilfsbereiten Menschen, geniesst eine Liebschaft, bekommt die Bösartigkeit von Funktionären zu spüren. Und er findet auf dem Heimweg auch Petros explosives Gastgeschenk wieder, das der im Wodka-Suff verlegt hat. 

Grosse Literatur aus einem Gebiet, das seit 2014 in einem schwelenden regionalen Konflikt feststeckt, der sich 2021 zu einem Krieg ausgeweitet hat, der mittlerweile kaum mehr jemanden ruhig schlafen lässt. Ganz egal, wie weit der Geschützdonner weg ist. Und alles nur, damit wieder ein paar Strassen umbenannt werden? Oder weil ein paar zu klein geratene Männer als Monster in die Geschichte eingehen wollen?

Titel: Graue Bienen, Roman, 445 Seiten, Paperback

Autor: Andrej Kurkow

Verlag:  Diogenes, 2021

ISBN 978-3-257-24554-7, 13.­– Euro/17.– Franken

Kurz zusammengefasst: Ukraine im Krieg, ein paar Jahre zurück. Zwei Männer, der Bienenzüchter Sergej und Opportunist Paschka, harren auf sich allein gestellt in ihrem Dorf zwischen den Fronten im Donbass aus. Über ihre Köpfe hinweg fliegen die Geschosse, manchmal schlägt im Dorf eines ein. Was den beiden beim Überleben hilft ist Sturheit, Nihilismus, Nachbarschaftshilfe und die Erfahrung, dass irgendwann jedes Regime durch das nächste abgelöst wird. Nah an den Menschen, nahe an der Zeit, literarisch ein Highlight.

Für wen: Alle. Dieses Buch zu lesen, wird niemanden reuen.

«Aha, jetzt weiss ich was Sie kochen!»

Als ich kürzlich meinen Metzger bat, die Rindshuft in feine Tranchen zu schneiden, wollte er wissen, was ich denn damit zubereiten wolle. Auf meine Antwort «etwas Asiatisches» meinte er triumphierend: «Aha, jetzt weiss ich was sie kochen. Ramen!». Ich verneinte und erklärte, dass ich ein Rezept ausprobieren wolle, bei dem das Rindfleisch knusprig gebacken würde. Hierauf folgte ein längerer, schwärmerischer Monolog des Metzgers über seine Freude am Kochen und seiner Lust, Neues auszuprobieren.

Vielleicht sollte ich nächstens diesem Metzger das Rezept «Chrispy chili beef» vorbeibringen, das ich aus «Wok Reis Nudeln» von Jennie Walldén nachgekocht hatte. Fazit: Schlichtweg köstlich, ausserdem schön anzuschauen, so dass man es ohne weiteres Gästen auftischen könnte. Die Zeit, die man in der Küche verbringt, hält sich, wie bei den meisten ostasiatischen Gerichten, ohnehin in Grenzen.

Jennie Walldéns Kochbuch vereinigt Speisen aus ganz Ostasien: Koreanisches Bulgogi oder Bibimbap, japanischer Curry (doch, doch, das gibt es offensichtlich), chinesische Nudelgerichte, thailändisches Laab Gai usw. Die Reiselust kommt mit dem Nachkochen und Essen, soviel sei versprochen.

Wenn ich ein Kochbuch bespreche, so lasse ich meist meinen Liebsten ein paar Rezepte heraussuchen, die ich dann nachkoche. So gerate ich nicht in Versuchung, mir jene rauszupicken, die mein Auge schnell als «gelingt todsicher» abgecheckt hat. «Chrispy chili beef» hätte ich allein schon deshalb nicht gewählt, weil das Ausbacken des Fleisches in Öl nach sehr vielen Kalorien tönt. Was aber wäre mir da entgangen!

Überrascht haben mich auch die anderen getesteten Rezepte. Der «knusprige Tofu mit Cashews» könnte jeden Tofumuffel bekehren. Ehrenwort! Die «Kantonesische Nudelsuppe mit Wantans» werde ich sicher zu meinen beliebtesten Rezepten hinzufügen. Die Wantans selber zu machen, war übrigens keine Hexerei. Im Asialaden gibt es Wantanteig in der richtigen Grösse, die Füllung ist schnell gemacht, und wenn man gerade dabei ist, lohnt es sich, eine grössere Menge zu machen und einzufrieren. Eine Mahlzeit, die im Hui auf dem Tisch ist und richtig gut schmeckt wäre «Rice Bowl mit Lachs und Wasabi-Mayonnaise»: Wer Sushi mag, wird damit bestimmt glücklich. Der Aufwand und die Ansprüche an die Köchin sind allerdings bedeutend geringer.

Überhaupt sind die Rezepte von Walldén wunderbar einfach. Wir haben es hier mit einer Kochbuchautorin zu tun, die auf die Bedürfnisse ihrer Leserschaft Rücksicht nimmt: die benötigten Produkte haben Sie entweder schon zu Hause, oder man bekommet sie in einem gut sortierten Supermarkt oder im Asiaschop. Walldén hat aber auch Vorschläge, wenn man mal bei einer Zutat nicht fündig wird. So schlägt sie bei der «Rice Bowl mit Lachs» vor, Minze und Oregano zu nehmen, wenn keine Shisoblätter erhältlich sind. Ich habe es so gemacht und festgestellt, dass Minze und Oregano wunderbar zu rohem Lachs passen. Die Autorin scheut auch nicht davor zurück, gekonnt und in Massen Fertigsaucen (z.B Srirachasauce) einzusetzen. Ebenfalls macht sie Vorschläge, wenn es darum geht, vegetarisch zu kochen oder Fleisch zu ersetzen. Sehr nützlich fand ich auch ihren kleinen Überblick über die diversen Reis- und Nudelsorten, die in Asien eingesetzt werden.

Titel: Wok Reis Nudeln, 164 Seiten

Autorin: Jennie Walldén 

Verlag:  AT Verlag, www.at-verlag.ch, Aarau 2022

ISBN 978-3-03902-1574, Fr. 29.90/ Euro 25.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Asiatische Strassenküche geht auch zu Hause. Wok hervorgeholt und los geht’s. Jennie Waldéns Rezepte schmecken so, wie vom Stand in Bangkok oder der kleinen Kneipe in Tokio oder Seoul. Und sind erst noch im Nu auf dem Tisch. 

Für wen: All jene, die gerne mal die Stäbchen schwingen.

Das wehmutsvolle Lied vom Land

Das Dorf Brinkebüll, in welchem Ingwer Feddersen als Kind eines Dorfwirts aufgewachsen ist, hat sich nach und nach verändert. Erst wurden die Fluren bereinigt, dann fällte man die schattenspendende Dorfallee und teerte die Strasse neu. Der Dorfladen machte dicht, Kleinbauern gaben auf, andere bauten zu Grossbetrieben um. Zuzüger übernahmen, was günstig zu haben war und sich romantisch umdeuten liess. Was trotz Veränderungswut die Zeiten überdauert hatte, betreute jetzt ein Dorfkulturverein: Windkraftanlage neben touristisch aufgewertetem Hünengrab und Klappermühle.

«Man machte sich nicht tot, man war nicht mehr auf Sonne, Wind und Regen angewiesen. Brauchte sich mit der Natur nicht mehr herumzuplagen.» 

Dörte Hansen hat mit Mittagsstunde einen Abgesang aufs dörfliche Leben geschrieben, wie es jene noch erlebt haben, die meines Jahrgangs sind, vielleicht ein wenig älter oder jünger. Das fiktive Dorf Brinkebüll in diesem Roman liegt in Nordfriesland. Man spricht Platt, ausser man möchte es zu etwas bringen, was soviel heisst wie: Man möchte weg. Ingwer Feddersen ist einer der weggeht. Er ist die Hauptfigur in dieser Geschichte. Mit fast fünfzig kehrt er ins Dorf zurück. Er hat noch ein paar Rechnungen mit Sönke offen, der ihn aufgezogen hat und rein gar nichts von «Studierern» hält. Sönke ist mittlerweile alt und gebrechlich, doch noch mindestens so stur, wie er immer gewesen ist. Die Sturheit liegt den Brinkebüllern im Blut. Sie haben ihr Lebtag lang den Kopf eingezogen, wenn der Sturm übers Land fegte und stoisch ertragen, dass er ihre Gesichter und die Landschaft zurechtschliff und ihre Rücken beugte. 

Die Autorin schafft ein lebensnahes Bild eines Dorfes und bevölkert es mit den erstaunlichsten, einsamsten, liebenswerten, boshaften, schrulligsten Figuren. Brinkebüll kommt jedem bekannt vor, der in dörflicher Umgebung aufgewachsen ist, auch wenn er Nordfriesland noch nie gesehen hat. Ob Bayern, Appenzell, Allgäu oder sonst ein ländlicher Landstrich in Europa: Wer auf dem Land gross geworden ist, hat Bäume fallen sehen, Grünflächen, die plötzlich betongrau und teerfarben wurden, Dorfläden, Schulhäuser, kleine Betriebe die entweder vergrössert oder geschlossen wurden, und Landmaschinen, die zu rücksichtslosen Dinosauriern auf Riesenrädern mutierten. Man könnte Dörte Hansens Beschreibung von Brinkebüll durchaus als humorvoll bezeichnen, doch bleibt einem das Lachen oft im Hals stecken. So beschreibt sie beispielsweise recht anschaulich-komisch,­ wie der dörfliche Gasthof zum Westernsaloon umfunktioniert wird. Bonanza in Nordfriesland. So weit weg von der Realität ist das nicht. Jeder kennt mindestens eine schmuddelige Döner-Pizza-Würstchen-Bude, in der früher Hochzeiten und Leichenmahle abgehalten wurden. 

Wirklich eine geniale Idee der Autorin war es, die Titel eine Jukebox-Schlagerauswahl als Kapitelüberschriften zu verwenden. Schlager von «Junge komm bald wieder» bis zu «Wir wollen niemals auseinandergehen» spielen im Buch im Zusammenhang mit Ingwers vermeintlicher Schwester Marret eine wichtige Rolle. Marret übernimmt in diesem Roman die Rolle der Kassandra. Sie ist selbst für Brinkebüller Verhältnisse ein Spezialfall und zu fast nichts zu gebrauchen. Jedem verkündet sie den Weltuntergang, dazu singt und tanzt sie, kennt jeden Schlager. Und das ist das Schöne, aber zuweilen auch kaum zu Ertragende auf dem Dorf: Hier pflegt jeder seine Marrotten. Man nimmt es wahr, lästert ein wenig und geht dann seiner Wege.

Eine wahre Lesefreude sind Hansens Metaphern, die ich so noch nicht gelesen habe: ein Wind der an der Landschaft herumsäbelt, Felder, aus denen Windturbinen wachsen, ein Land, das man mit einer frommen Lüge trösten wollte, Zimmerleute, die rhythmisch wie Geleerentrommler hämmern, um nur einige zu nennen. 

Autorin: Dörte Hansen

Verlag:  Penguin Verlag, 2018, Roman, Taschenbuch

ISBN 978-3-328-10634-0, 12.­– Euro/13.25 Franken

Kurz zusammengefasst: Die ländliche Welt Nordfrieslands in den letzten Jahrzehnten des 20. Jarhunderts löst sich nach und nach auf. Ingwer Feddersen ist einer, der im fiktiven Brinkebüll gross geworden ist. Er ist ein Dorfmensch geblieben, sein Leben aber findet schon lange nicht mehr hier statt. Für ein Jahr kehrt er nach Brinkebüll zurück, um das Wirtepaar zu pflegen, das ihn grossgezogen hat. Gleichzeitig steht er vor der Frage, wer er eigentlich ist und was er in Zukunft tun möchte. Die Rückkehr ins Dorf ist mit vielen Erinnerungen an Menschen und nicht immer nur schöne Zustände verbunden und endet mit der Erkenntnis: «Das Dorf, das Land kam ohne ihn zurecht.» Zweifellos einer der schönsten Romane der letzten Jahre. Humor und Wehmut nah beisammen.

Für wen: Genussmenschen

Papier ist geduldig – aber wer hält das aus?

Es kann einem schon mal die Sprache verschlagen beim Blick in heutige Zeitungen. Neuere Begriffe wie Häppchen- oder Verlautbarungsjournalismus oder gar Fake News sagen viel aus. In meiner Jugend hatte jedes Tal seine eigene Zeitung (es gab sogar den Begriff Blätterwald) ­– heutzutage geben wenige Konzerne ein paar Erzeugnisse heraus. Statt mit Meinungen Features, Leitartikeln, Hintergrundartikeln oder Reportagen füllen diese ihre Seiten lieber billig mit Belanglosigkeiten, Kreuzworträtseln, Wetterprognosen, Sportresultaten … und wundern sich, wenn die Leser dafür kein Geld ausgeben wollen. 

Nun nützt natürlich das Gejammere nichts. Informationen gibt es genügend, nur ist es um einiges schwieriger geworden, diese zu filtern, zu prüfen und zu analysieren. Mir helfen in dieser Sache meistens zwei Fragen: Wer steckt hinter der Info? Wer hat welche Interessen in der Angelegenheit?

Artur Kilian Vogel, der Autor von Der Zeitungsmann, dem die Sprache verloren ging, war selber Journalist. Auch er hat das Fällen des Schweizer Blätterwaldes hautnah miterlebt. Seine Erfahrungen dürften ihn weitgehend zu diesem Roman inspiriert haben. 

Zur Story: Chefredakteur Strittmatter sitzt an einem Novemberabend allein in seinem Büro, ein Glaskasten mit Blick aufs Grossraumbüro, wo noch ein paar Computer flimmern. Das Flimmern täuscht, denn heute erscheint Strittmatters letzter Leitartikel. Sein Blatt geht unter. Keiner braucht den alternden Chefredakteur mehr; nach all den Jahren, die Strittmatter für die Zeitung und die Leser unterwegs war. Strittmatter passt nicht mehr in die heutige Zeit, und schon gar nicht kommt er mit der Art klar, wie heute Zeitungen designt und «abgefüllt» werden. 

Es ist dies eine Geschichte der Erinnerungen und der Abrechnung mit sich selber. Welchen Platz hat man im Leben eingenommen, was bleibt zurück von einem Lebenswerk, wo und wen hat man geliebt und vor allem: Von wem wurde man wiedergeliebt? Es sind Erinnerungen auch daran, wie noch vor wenigen Jahrzehnten Zeitungen gemacht  wurden, wie man sich als Schreiberling das erste Zeilengeld verdiente, wie man sich hinaufarbeitete. Strittmatter wühlt sich einen Abend lang durch alte Ordner, geht seiner eigenen Geschichte anhand alter Zeitungsartikel nach, wühlt sich durch vergilbtes Papier. Er war lange als Kriegskorrespondent tätig. Doch jetzt fragt er sich, was von diesem Leben zwischen Terror, schnellem Sex, beruflichem Anspruch und der Suche nach Glück geworden ist. Was bleibt? Ein paar Ordner und die schmerzliche Erinnerung an eine Frau, die er nicht halten konnte. 

Es ist eine Geschichte voller Wehmut, teilweise etwas larmoyant, was natürlich Strittmatters grosszügigem Alkoholkonsum in diesen Stunden zuzuschreiben ist. Hier ein Textauszug:

«Nein, Strittmatter sei ehrlich! Jetzt, in diesem Moment der Wahrheit, kannst du ehrlich sein; du brauchst dir nichts mehr vorzumachen. Du hast die Chancen nicht genutzt; du hast nur Altpapier produziert, für das sich niemand mehr interessiert. Zwar hast du einen Ruf gehabt, damals, als du noch Journalist warst und nicht der Ausführungsgehilfe des publizistischen Niedergangs und der Verwalter der wirtschaftlichen Misere wie heute. Aber du hast diesen Ruf nicht verdient. Hat vielleicht, hat wenigstens diese eine Reportage überlebt, irgendwo? Und könnte sie eines Tages wieder auftauchen…»

Die Stärken des Romans liegen klar in den realistischen Schilderungen der Wirren, in denen sich Kriegsreporter bewegen mit verheerenden Auswirkungen auf die vermeintlich unbeteiligten Berufsleute der Informationsbranche. Vogel konnte hier eindeutig aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Beinahe schon vergessene Konflikte tauchen vor des Lesers Auge auf und man kommt nicht umhin, sich zu fragen, wie es der Mensch immer wieder schafft, solche weltbewegenden Schrecknisse zu verdrängen oder zu vergessen. In seinem Nachdenken über die Vergangenheit springt Strittmatter von Explosionen zu Flirts, von Begegnungen mit politischen Akteuren zu Liebesabenteuern.

Titel: Der Zeitungsmann, dem die Sprache verloren ging, Roman, 285 Seiten, gebunden

Autor: Artur Kilian Vogel

Verlag:  Cameo, Bern, 2021

ISBN 978-3-906287-87-4, Fr. 29.90, Euro 29.-

Kurz zusammengefasst: Chefredakteur Strittmatter lässt sein Leben episodisch an sich vorüberziehen. Weinseligkeit kommt keine auf. Dafür stellt sich Strittmatter seiner Vergangenheit. Der Abend endet mit einem grossen Feuer.

Für wen: JournalistInnen mit einem Idealbild von diesem Beruf und anderen, denen es ab und zu die Sprache verschlägt.

Voll verspiegelt und Vorhangspiele

Und hier noch zwei Werke, auf die ich euch gerne aufmerksam mache, zum einen, weil meine Kollegin Susanne Mathies und weitere Freunde, zum anderen, weil ich selbst daran beteiligt bin. Also: etwas Werbung in eigener Sache.

Dieser Tage fand in Zürich die Vorstellung der Spiegel-Anthologie statt. Es ist dies bereits die vierte Kurzgeschichtensammlung, die der litac-Verlag in der Unterirdischen Reihe herausgibt. Dreissig Texte sind darin versammelt, in denen es um hinterhältige, ver- und beschlagene, verlogene, geheimnisvolle Spiegel geht. Nicht immer ist das, was einem entgegenspiegelt, das was man zu sehen erwartet. 

Zu kaufen im litac-Verlag, www.litac.info, ISBN 978-3-952-484-944, Fr. 15.90 oder im Buchhandel.

(Das Spiegelbild oben hat Susanne Mathies an der Buchvernissage vom Mittwoch, 20. Oktober er, in Zürich gemacht.)

Vorhang auf zum 2022

Des weiteren und alle Jahre wieder empfehle ich die orte-Poesie-Agenda. Susanne, der orte-Verlag, Dichter, Dichterinnen, Fotografen, Künstler und ich haben wieder keine Mühe gescheut, eine luftig-lockere Mischung von Gedichten, Bilder, Fotos usw. zu einer Agenda zusammenzustellen, die euch durchs nächste Jahr begleiten soll. Hier das Editorial, das euch gluschtig machen soll:

Vorhang auf, das neue Jahr beginnt! Und keine Sorge darüber, was hereinfliegen könnte – wir haben einen Corona-Filter vor diese Agenda gesetzt, durch den höchstens eine kleine Maske schlüpfen könnte. In den diesjährigen Gedichten wehen und hängen viele Vorhänge. Sie warten darauf, zur Seite gezogen zu werden und den Blick auf die Welt vor dem eigenen Fenster freizugeben. So wird die Sicht frei auf die Erde, auf üppige Kürbisse und rotbackige Äpfel, aber auch in den Sternenhimmel, in dem sogar einige Engel auszumachen sind.

Zu kaufen beim Verlagshaus Schwellbrunn verlagshaus-schwellbrunn.ch und in jedem Buchladen. Kostenpunkt 18 Franken. ISBN 978-3-85830-286-1

Dieses angeschlagene Obst schmeckt gut

Das Cover zeigt Birnen: gelbe, mit grünen und braunen Flecken. Eine Sorte, die es wohl kaum in einem Geschäft zu kaufen gibt. Eine alte Sorte, denn so lautet der Titel des Romans von Ewald Arenz: Alte Sorten. Man könnte nun davon ausgehen, dass das Obst in dem Roman eine tragende Rolle spielt. Doch nein. Ein Birngarten kommt zwar vor. Auch wie man aus Birnen Branntwein zaubert. Sogar zwei Menschen gibt es, die das Obst lesen und verarbeiten. Ansonsten ist birnenmässig nicht viel los. 

Der zweite Gedanke wäre, dass es sich bei den alten Sorten um Menschen handelt, die entwicklungsmässig im letzten oder vorletzten Jahrhundert stehengeblieben sind. Mit den modernen Zeiten nicht mitkommen. Auch dieser Schluss ist zumindest halbwegs ein Irrläufer. Es geht in dieser Story zwar um Menschen mit Problemen, doch die sind anderer Art. Die Rede ist von Liss und Sally.

Sally ist jung und Borderlinerin. Eigentlich gibt es nichts, worüber sie sich nicht masslos aufregen kann. Vor allem ihre Mitmenschen machen sie wütend. Liss könnte vom Alter her Sallys Mutter sein; sie spürt in sich einen unbändigen Freiheitsdrang und ist mit ihrem geregelten Leben unzufrieden. Beide Frauen haben Mühe sich an- und einzupassen. Birnenmässig gesprochen, haben sie den einen oder anderen Fleck, der sie für die Supermarktauslage ungeeignet macht.

Ewald Arenz führt die jugendliche Streunerin Sally und die unglückliche Bäuerin Liss zusammen. Die Umgebung könnte – zumindest vordergründig – idyllischer kaum sein. Man stelle sich so etwas wie Bayern vor, ein paar Hügel, Bauern auf Traktoren, im Hintergrund einige überdimensionierte Windkrafträder. Viel Weite, viel Landschaft. Hier finden die beiden Frauen so nach und nach über das gemeinsame Tun auf dem Feld, über kurze Gespräche, über kleine Momente des Seins zueinander, in denen sich ihre Verletzlichkeit und ihre Narben offenbaren. Brüchig und zaghaft am Anfang, wird die Freundschaft durch einen Moment der Krise gestärkt. 

Ewald Arenz beschreibt einfache Alltagssituationen. Nichts ist aufgeregt. Bilder tauchen auf, verblassen wieder. Jeden Morgen ist das Leben auf dem Land gleich und doch etwas anders als am Tag zuvor. Wir sehen Liss im Türrahmen stehen. Eine Tasse Tee in der Hand schaut sie dem Regen zu, den Hühnern auf dem Hof:

«Ein Tag, an dem man die Welt einfach trinken lassen und sie da bei nicht stören sollte. An dem man die Hühner rennen lassen sollte, ohne den Kopf zu schütteln. Ein Tag, an dem man ein Mädchen schlafen lassen sollte, wenn es schlief. Es gab für alles einen Grund, sie sah ihn nur nicht.»

Eine Erzählweise und Sprache, die dem Inhalt des Romans voll und ganz gerecht wird. Wunderbar. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. 

Und jetzt wäre ein liebevoll gebranntes Birnenschnäpschen keine schlechte Idee.

Titel: Alte Sorten, Roman, 255 Seiten

Autor: Ewald Arenz

Verlag:  Dumont, Köln, 2021

ISBN 978-3-8321-6530-7, 10 Euro/15.90 Franken

Kurz zusammengefasst: Zwei Frauen, die in keines der üblichen Strickmuster passen, finden zusammen und akzeptieren sich. 

Für wen: Für alle Früchtchen (nicht nur für Kernobst).

Häusliches Ausland gesucht!

Für einmal geht es hier nicht um Bücher, noch nicht einmal um ein Büchlein.

Es geht um eine Wohnung oder ein Haus. Genauer gesagt, um eine Wohnung oder ein Haus irgendwo im europäischen Ausland: Frankreich, England, Portugal, Dänemark, Slowenien, Griechenland ­– völlig egal, wie das Land auch heissen mag, Hauptsache die Behausung ist schön gelegen, gut eingerichtet, mit Privatsphäre und was man sich so alles erträumt. Wasser zum Beispiel, nicht nur von oben, sondern vielleicht auch in Form eines Gewässers. So ein kuscheliges, hübsches Feriending halt. 

So eins würden wir – ich und mein Ehegespons – nämlich gerne im kommenden Jahr für drei Monate mieten. Sofern die coronöse Lage es zulässt.

Vielleicht hat ja jemand von euch so ein Schmuckstück und sagt sich: «Bin eh nicht die ganze Zeit dort, besser ich vermiete es an diese Bücher-Bloggerin, die schaut dann wenigstens drei Monate zu allem und mein Haus fühlt sich derweil nicht so einsam.» 

Win-win.

Also: Meldet euch, wenn Ihr sowas habt, ich warte gespannt auf Vorschläge. Ihr müsstet dann nur noch sagen, welche drei Monate das Objekt für uns zu haben wäre und wieviel es kosten würde, dort zu leben. Antworten bitte hierhin: 

daswortzumbuch@gmx.ch

Ich freue mich auf Vorschläge.

Wer macht den besten Gammelhai?

Ein humorvoller Blick auf das menschliche Zusammenleben an einem abgelegenen Ort, gepaart mit philosophischen Gedanken eines Protagonisten, der in seinem isländischen Dorf wegen seiner intellektuellen Schlichtheit und seines Gammelhais bekannt ist: Dies ist Kalmann, der bei Diogenes erschienene Roman von Joachim B. Schmidt.

Schmidt erzählt aus der Sicht von Kalmann Òdinsson. Kalmann lebt allein im Haus seines Grossvaters im Fischerdorf Raufarhöfn, das ganz im Norden Islands liegt. Der Ort hat schon bessere Zeiten gesehen. Wer kann, lebt lieber anderswo. Ausser Kalmann. Für ihn ist Raufarhöfn genau richtig: Hier spielt er Dorfsheriff, in der Umgebung geht er auf die Jagd, im Hafen liegt sein Boot, mit dem er hinausfährt, um Grönlandhai zu fangen. Hier steht auch die Bude, in welcher er den besten Gammelhai Islands fabriziert. Das einzige was Kalmann zu seinem Glück noch fehlt, ist eine Frau. Doch Frauen sind rar in Raufarhöfn. Immerhin hat Kalmann einen richtigen Freund. Der ist zwar ein Sonderling wie Kalmann selbst, kommt aber in Computerdingen draus wie kein anderer.

Doch dann passiert etwas: Kalmann ist auf der Fuchsjagd und findet eine grosse Blutlache im Schnee. Der Dorfkönig Robert McKenzie ist und bleibt verschwunden. Ist etwa ein Eisbär von Grönland nach Island geschwommen und hat Robert aufgefressen?

Der Autor spielt in Kalmann mit Krimielementen, die zwar die Handlung vorantreiben, aber ohne dieHauptrolle zu übernehmen. Die gehört auf jeden Fall der Figur Kalmann. Man ist sich bei ihm nie sicher, ist er so naiv wie er daherkommt, nämlich mit Sheriffstern und – ungeladenem – Revolver, oder doch schlauer, als es die Polizei erlaubt. Kalmanns schulische Leistungen mögen bescheiden gewesen sein, doch er hat seinem Grossvater gut zugehört und weiss deshalb, wie man durchs Leben kommt. Gut, das mit der Impulskontrolle funktioniert nicht immer, vor allem dann nicht, wenn man mit Kalmann zu laut spricht. Aber ansonsten hat Kalmann das Leben im Griff.

Wunderbar, welch herrlich normal-schräge Figuren Schmidt in seinem Roman auftauchen lässt: Da wäre zum Beispiel Bragi, der Dichter, der mehr zu wissen scheint über das Verschwinden von Robert McKenzie. Oder die Plaudertasche Magga, mit der eine Autofahrt nach Húsavík ganz schön anstrengend wird. Oder die Polizistin Brina, in deren Nähe es Kalmann nicht recht wohl ist, obwohl sie ihn fasziniert. Oder die Litauer, eine Gruppe von Gastarbeitern, bei denen sich jeder fragt, was genau sie in den isländischen Norden verschlagen hat. Beschrieben wird dieser Mikrokosmos in einer Sprache, die zur Gedankenwelt von Kalmann passt: Geradeheraus, schlicht, gewitzt.

Titel: Kalmann, gebunden, 350 Seiten

Autor: Joachim B. Schmidt 

Verlag: Diogenes, 2020

ISBN 978-3-257-07138-2, Fr. 32.00/Euro 22.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Raufarhöfn mag zwar weit weg von allem sein, aber es ist doch mitsamt seiner Einwohnerschaft ziemlich von dieser Welt. Dies die Kürzestfassung von Kalmann, einem humorvoll-abgründigen Roman, in dessen Mittelpunkt ein Grönlandhaifischer steht, der es vom Dorforiginal zum Fernsehstar und schliesslich zum Retter einer Staatsbeamtin bringt. 

Für wen: Dass man Gammelhai mag, ist keine Vorbedingung, diese Geschichte ein reines Vergnügen zu finden.

Lieber ein Pferd als einen Mann

Mein Lesejahr habe ich mit einfacher Kost beginnen wollen. Das ist, zumindest was das Lesen als solches anbelangt, gelungen. Bei der Stoffauswahl hätte man durchaus Leichteres gefunden. Die Liebe im Ernstfall von Daniela Krien ist was der Titel verspricht: eine ernste Sache. Im Mittelpunkt eine Handvoll Frauen und ihre Wechselfälle in Sex und Liebe. 

Paula hat ein Kind verloren und die Ehe mit Ludger geht in die Brüche. Das liegt nicht nur am gemeinsamen Verlust. 

Die Ärztin Judith sucht sich ihre männlichen Kontakte im Internet nach Matching-Points aus. Freundschaften mit Männern dauern bei ihr nie lange. Da ist ihre Beziehung zu Pferden langlebiger. 

Ihre Freundin Brida hat das grosse Liebesglück gefunden. Sie hat zwei Kinder und einen Mann, der sie innig liebt. Alles in Butter? Denkste. Als moderne Frau hat sie andere Vorstellungen von sich. 

Malika und Jorinde sind ungleiche Schwestern. Erstere ist Schauspielerin auf dem Weg zum beruflichen Erfolg, letztere schlägt sich als Geigenlehrerin durch. Malikas einzige Beziehung zu einem Mann endete in einem Nervenzusammenbruch. Jorinde hat sich einen Narzissten erster Güte geangelt. 

Fünf Frauen mittleren Alters im Spannungsfeld von Bedürfnissen, Erwartungen, gesellschaftlichen Normen, beruflichen Herausforderungen, sexuellen Begierden und – als wäre das nicht schon genug – Partnerschaften, die „nicht bringen“, was sie versprachen. Daniela Krien verbindet die fünf Frauenschicksale mit einem lockeren, aber etwas gekünstelt wirkenden Band: Man kennt sich, zur Not auch über fünf Ecken. 

Seltsamerweise beschäftigt mich von den fünf Frauen Judith am stärksten. Daniela Krien schuf mit ihr eine unterkühlte Figur, die sich die professionelle Nüchternheit, mit der sie ihren Beruf als Ärztin angeht, auch in ihrem Privatleben zu eigen gemacht hat. Leidenschaft lebt sie auf dem Pferdehof aus. Männer wählt sie nach Kriterien aus, die sie auch bei der Wahl eines Pferdes hernehmen würde. In Beziehungen zu Männern bringt sie sich gerade so weit ein, dass der jeweilige Auserkorene nicht in den ersten fünf Minuten davonrennt. Wer ihren analytischen Verstand nicht aushält, erntet beissenden Spott. Für Judith ist das Internet der Raum, wo sie sich nach Männern umschaut:

„Sie macht sich einen Salat, dann loggt sie sich ein und schaut nach den neuesten Partnervorschlägen. Ihren nächsten Geburtstag möchte sie nicht allein verbringen.“

Doch selbst Judith, die nichts und niemanden an sich heranlässt, nicht einmal das Kind, das in ihr zu wachsen beginnt, sieht sich angesichts eines offensichtlich glücklichen Paares mit Neidgefühlen konfrontiert. Dagegen scheint selbst ein analytischer Verstand nicht gefeit zu sein. Immerhin scheint mir Judith der ehrlichste Charakter unter den fünf zu sein. Und sie hat Witz.

Sollen diese Frauen das Abbild einer modernen, städtischen Gesellschaft sein? Zerrissen zwischen eigenen und fremden Ansprüchen. Frauen, die alles wollen: einfach zu handhabende Kinder, einen Mann, der sie auf Händen trägt, einen erfüllenden Beruf, Anerkennung, Wahnsinnssex und – unbedingt – Glück. Wo zum Teufel, frage ich mich, kommt eine solche Anspruchshaltung her? 

Dass Glück von innen und nicht von aussen kommt, beweisen am Ende die beiden Schwestern Malika und Jorinde, womit dieses Buch immerhin mit einem Hoffnungsschimmer endet. 

Für den Jahresanfang dürfte dies Erkenntnis genug sein.

Titel: Die Liebe im Ernstfall, Roman, 286 Seiten, Paperback

Autorin: Daniela Krien

Verlag: Diogenes, http://www.diogenes.ch

ISBN 978-3-257-24547-9, Fr. 30.–/Euro 22.–

Kurzbeschrieb/-bewertung: Aufstehen, Krönchen zurechtrücken, ist das Motto von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie verlangen viel vom Leben, und dieses verlangt viel von ihnen. Die Sorgen und Nöte von Frauen in unserer modernen Gesellschaft. Manchmal wünschte ich mir mehr Lockerheit und Humor in diesem Roman, denn damit lässt sich der Ernstfall am ehesten aushalten.

Für wen: Für alle, die sich fragen, wo und wann wir die Freude am schlichten Sein verloren haben.

Lest ihr noch oder kollert ihr schon?

Auf meinen Aufruf hin, mir doch bitte Vorschläge mit Büchern zu liefern, hat sich der Posteingang nicht gerade überschlagen. Es geht euch doch hoffentlich nicht wie mir? Ihr lest doch noch, oder habt ihr auch den Corona-Koller? Es wird doch noch wirklich gute, nachhallende Bücher geben?

Letztere Frage stelle ich mir hin und wieder.

Immerhin ein paar Vorschläge sind eingetroffen. Ich möchte es nicht unterlassen, sie euch vorzulegen.

Hier die Liste:

Drachensaat, Jan Weiler

Aufzeichnungen eines Serienmörders, Young-Ha Kim

Homeland Elegie, Ayad Akthar

Streulicht, Deniz Ohde

Der Bandoneonspieler, Vincenzo Todisco

Und von mir kommt auch noch ein Vorschlag.

Die Geschichte der Belagerung von Lissabon, José Saramago.

Das Buch ist zwar nicht neu, aber reinstes sprachliches Vergnügen, für alle, die es ausschweifend, abschweifend und überhaupt schweifend mögen. Wenn ihr jetzt an den Morgenstern denkt, liegt das aber nicht am Buch, sondern an der Jahreszeit.

Habt ihr noch weitere Ideen? Dann her damit. daswortzumbuch@gmx.ch oder die Kommentarspalte auf der Blogseite sind offen und vermögen einiges zu fassen.

Ich grüsse alle da draussen. Tragt euch und anderen Sorge und bleibt gesund und lesefreudig.