Dieses angeschlagene Obst schmeckt gut

Das Cover zeigt Birnen: gelbe, mit grünen und braunen Flecken. Eine Sorte, die es wohl kaum in einem Geschäft zu kaufen gibt. Eine alte Sorte, denn so lautet der Titel des Romans von Ewald Arenz: Alte Sorten. Man könnte nun davon ausgehen, dass das Obst in dem Roman eine tragende Rolle spielt. Doch nein. Ein Birngarten kommt zwar vor. Auch wie man aus Birnen Branntwein zaubert. Sogar zwei Menschen gibt es, die das Obst lesen und verarbeiten. Ansonsten ist birnenmässig nicht viel los. 

Der zweite Gedanke wäre, dass es sich bei den alten Sorten um Menschen handelt, die entwicklungsmässig im letzten oder vorletzten Jahrhundert stehengeblieben sind. Mit den modernen Zeiten nicht mitkommen. Auch dieser Schluss ist zumindest halbwegs ein Irrläufer. Es geht in dieser Story zwar um Menschen mit Problemen, doch die sind anderer Art. Die Rede ist von Liss und Sally.

Sally ist jung und Borderlinerin. Eigentlich gibt es nichts, worüber sie sich nicht masslos aufregen kann. Vor allem ihre Mitmenschen machen sie wütend. Liss könnte vom Alter her Sallys Mutter sein; sie spürt in sich einen unbändigen Freiheitsdrang und ist mit ihrem geregelten Leben unzufrieden. Beide Frauen haben Mühe sich an- und einzupassen. Birnenmässig gesprochen, haben sie den einen oder anderen Fleck, der sie für die Supermarktauslage ungeeignet macht.

Ewald Arenz führt die jugendliche Streunerin Sally und die unglückliche Bäuerin Liss zusammen. Die Umgebung könnte – zumindest vordergründig – idyllischer kaum sein. Man stelle sich so etwas wie Bayern vor, ein paar Hügel, Bauern auf Traktoren, im Hintergrund einige überdimensionierte Windkrafträder. Viel Weite, viel Landschaft. Hier finden die beiden Frauen so nach und nach über das gemeinsame Tun auf dem Feld, über kurze Gespräche, über kleine Momente des Seins zueinander, in denen sich ihre Verletzlichkeit und ihre Narben offenbaren. Brüchig und zaghaft am Anfang, wird die Freundschaft durch einen Moment der Krise gestärkt. 

Ewald Arenz beschreibt einfache Alltagssituationen. Nichts ist aufgeregt. Bilder tauchen auf, verblassen wieder. Jeden Morgen ist das Leben auf dem Land gleich und doch etwas anders als am Tag zuvor. Wir sehen Liss im Türrahmen stehen. Eine Tasse Tee in der Hand schaut sie dem Regen zu, den Hühnern auf dem Hof:

«Ein Tag, an dem man die Welt einfach trinken lassen und sie da bei nicht stören sollte. An dem man die Hühner rennen lassen sollte, ohne den Kopf zu schütteln. Ein Tag, an dem man ein Mädchen schlafen lassen sollte, wenn es schlief. Es gab für alles einen Grund, sie sah ihn nur nicht.»

Eine Erzählweise und Sprache, die dem Inhalt des Romans voll und ganz gerecht wird. Wunderbar. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. 

Und jetzt wäre ein liebevoll gebranntes Birnenschnäpschen keine schlechte Idee.

Titel: Alte Sorten, Roman, 255 Seiten

Autor: Ewald Arenz

Verlag:  Dumont, Köln, 2021

ISBN 978-3-8321-6530-7, 10 Euro/15.90 Franken

Kurz zusammengefasst: Zwei Frauen, die in keines der üblichen Strickmuster passen, finden zusammen und akzeptieren sich. 

Für wen: Für alle Früchtchen (nicht nur für Kernobst).

Häusliches Ausland gesucht!

Für einmal geht es hier nicht um Bücher, noch nicht einmal um ein Büchlein.

Es geht um eine Wohnung oder ein Haus. Genauer gesagt, um eine Wohnung oder ein Haus irgendwo im europäischen Ausland: Frankreich, England, Portugal, Dänemark, Slowenien, Griechenland ­– völlig egal, wie das Land auch heissen mag, Hauptsache die Behausung ist schön gelegen, gut eingerichtet, mit Privatsphäre und was man sich so alles erträumt. Wasser zum Beispiel, nicht nur von oben, sondern vielleicht auch in Form eines Gewässers. So ein kuscheliges, hübsches Feriending halt. 

So eins würden wir – ich und mein Ehegespons – nämlich gerne im kommenden Jahr für drei Monate mieten. Sofern die coronöse Lage es zulässt.

Vielleicht hat ja jemand von euch so ein Schmuckstück und sagt sich: «Bin eh nicht die ganze Zeit dort, besser ich vermiete es an diese Bücher-Bloggerin, die schaut dann wenigstens drei Monate zu allem und mein Haus fühlt sich derweil nicht so einsam.» 

Win-win.

Also: Meldet euch, wenn Ihr sowas habt, ich warte gespannt auf Vorschläge. Ihr müsstet dann nur noch sagen, welche drei Monate das Objekt für uns zu haben wäre und wieviel es kosten würde, dort zu leben. Antworten bitte hierhin: 

daswortzumbuch@gmx.ch

Ich freue mich auf Vorschläge.

Wer macht den besten Gammelhai?

Ein humorvoller Blick auf das menschliche Zusammenleben an einem abgelegenen Ort, gepaart mit philosophischen Gedanken eines Protagonisten, der in seinem isländischen Dorf wegen seiner intellektuellen Schlichtheit und seines Gammelhais bekannt ist: Dies ist Kalmann, der bei Diogenes erschienene Roman von Joachim B. Schmidt.

Schmidt erzählt aus der Sicht von Kalmann Òdinsson. Kalmann lebt allein im Haus seines Grossvaters im Fischerdorf Raufarhöfn, das ganz im Norden Islands liegt. Der Ort hat schon bessere Zeiten gesehen. Wer kann, lebt lieber anderswo. Ausser Kalmann. Für ihn ist Raufarhöfn genau richtig: Hier spielt er Dorfsheriff, in der Umgebung geht er auf die Jagd, im Hafen liegt sein Boot, mit dem er hinausfährt, um Grönlandhai zu fangen. Hier steht auch die Bude, in welcher er den besten Gammelhai Islands fabriziert. Das einzige was Kalmann zu seinem Glück noch fehlt, ist eine Frau. Doch Frauen sind rar in Raufarhöfn. Immerhin hat Kalmann einen richtigen Freund. Der ist zwar ein Sonderling wie Kalmann selbst, kommt aber in Computerdingen draus wie kein anderer.

Doch dann passiert etwas: Kalmann ist auf der Fuchsjagd und findet eine grosse Blutlache im Schnee. Der Dorfkönig Robert McKenzie ist und bleibt verschwunden. Ist etwa ein Eisbär von Grönland nach Island geschwommen und hat Robert aufgefressen?

Der Autor spielt in Kalmann mit Krimielementen, die zwar die Handlung vorantreiben, aber ohne dieHauptrolle zu übernehmen. Die gehört auf jeden Fall der Figur Kalmann. Man ist sich bei ihm nie sicher, ist er so naiv wie er daherkommt, nämlich mit Sheriffstern und – ungeladenem – Revolver, oder doch schlauer, als es die Polizei erlaubt. Kalmanns schulische Leistungen mögen bescheiden gewesen sein, doch er hat seinem Grossvater gut zugehört und weiss deshalb, wie man durchs Leben kommt. Gut, das mit der Impulskontrolle funktioniert nicht immer, vor allem dann nicht, wenn man mit Kalmann zu laut spricht. Aber ansonsten hat Kalmann das Leben im Griff.

Wunderbar, welch herrlich normal-schräge Figuren Schmidt in seinem Roman auftauchen lässt: Da wäre zum Beispiel Bragi, der Dichter, der mehr zu wissen scheint über das Verschwinden von Robert McKenzie. Oder die Plaudertasche Magga, mit der eine Autofahrt nach Húsavík ganz schön anstrengend wird. Oder die Polizistin Brina, in deren Nähe es Kalmann nicht recht wohl ist, obwohl sie ihn fasziniert. Oder die Litauer, eine Gruppe von Gastarbeitern, bei denen sich jeder fragt, was genau sie in den isländischen Norden verschlagen hat. Beschrieben wird dieser Mikrokosmos in einer Sprache, die zur Gedankenwelt von Kalmann passt: Geradeheraus, schlicht, gewitzt.

Titel: Kalmann, gebunden, 350 Seiten

Autor: Joachim B. Schmidt 

Verlag: Diogenes, 2020

ISBN 978-3-257-07138-2, Fr. 32.00/Euro 22.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Raufarhöfn mag zwar weit weg von allem sein, aber es ist doch mitsamt seiner Einwohnerschaft ziemlich von dieser Welt. Dies die Kürzestfassung von Kalmann, einem humorvoll-abgründigen Roman, in dessen Mittelpunkt ein Grönlandhaifischer steht, der es vom Dorforiginal zum Fernsehstar und schliesslich zum Retter einer Staatsbeamtin bringt. 

Für wen: Dass man Gammelhai mag, ist keine Vorbedingung, diese Geschichte ein reines Vergnügen zu finden.

Lieber ein Pferd als einen Mann

Mein Lesejahr habe ich mit einfacher Kost beginnen wollen. Das ist, zumindest was das Lesen als solches anbelangt, gelungen. Bei der Stoffauswahl hätte man durchaus Leichteres gefunden. Die Liebe im Ernstfall von Daniela Krien ist was der Titel verspricht: eine ernste Sache. Im Mittelpunkt eine Handvoll Frauen und ihre Wechselfälle in Sex und Liebe. 

Paula hat ein Kind verloren und die Ehe mit Ludger geht in die Brüche. Das liegt nicht nur am gemeinsamen Verlust. 

Die Ärztin Judith sucht sich ihre männlichen Kontakte im Internet nach Matching-Points aus. Freundschaften mit Männern dauern bei ihr nie lange. Da ist ihre Beziehung zu Pferden langlebiger. 

Ihre Freundin Brida hat das grosse Liebesglück gefunden. Sie hat zwei Kinder und einen Mann, der sie innig liebt. Alles in Butter? Denkste. Als moderne Frau hat sie andere Vorstellungen von sich. 

Malika und Jorinde sind ungleiche Schwestern. Erstere ist Schauspielerin auf dem Weg zum beruflichen Erfolg, letztere schlägt sich als Geigenlehrerin durch. Malikas einzige Beziehung zu einem Mann endete in einem Nervenzusammenbruch. Jorinde hat sich einen Narzissten erster Güte geangelt. 

Fünf Frauen mittleren Alters im Spannungsfeld von Bedürfnissen, Erwartungen, gesellschaftlichen Normen, beruflichen Herausforderungen, sexuellen Begierden und – als wäre das nicht schon genug – Partnerschaften, die „nicht bringen“, was sie versprachen. Daniela Krien verbindet die fünf Frauenschicksale mit einem lockeren, aber etwas gekünstelt wirkenden Band: Man kennt sich, zur Not auch über fünf Ecken. 

Seltsamerweise beschäftigt mich von den fünf Frauen Judith am stärksten. Daniela Krien schuf mit ihr eine unterkühlte Figur, die sich die professionelle Nüchternheit, mit der sie ihren Beruf als Ärztin angeht, auch in ihrem Privatleben zu eigen gemacht hat. Leidenschaft lebt sie auf dem Pferdehof aus. Männer wählt sie nach Kriterien aus, die sie auch bei der Wahl eines Pferdes hernehmen würde. In Beziehungen zu Männern bringt sie sich gerade so weit ein, dass der jeweilige Auserkorene nicht in den ersten fünf Minuten davonrennt. Wer ihren analytischen Verstand nicht aushält, erntet beissenden Spott. Für Judith ist das Internet der Raum, wo sie sich nach Männern umschaut:

„Sie macht sich einen Salat, dann loggt sie sich ein und schaut nach den neuesten Partnervorschlägen. Ihren nächsten Geburtstag möchte sie nicht allein verbringen.“

Doch selbst Judith, die nichts und niemanden an sich heranlässt, nicht einmal das Kind, das in ihr zu wachsen beginnt, sieht sich angesichts eines offensichtlich glücklichen Paares mit Neidgefühlen konfrontiert. Dagegen scheint selbst ein analytischer Verstand nicht gefeit zu sein. Immerhin scheint mir Judith der ehrlichste Charakter unter den fünf zu sein. Und sie hat Witz.

Sollen diese Frauen das Abbild einer modernen, städtischen Gesellschaft sein? Zerrissen zwischen eigenen und fremden Ansprüchen. Frauen, die alles wollen: einfach zu handhabende Kinder, einen Mann, der sie auf Händen trägt, einen erfüllenden Beruf, Anerkennung, Wahnsinnssex und – unbedingt – Glück. Wo zum Teufel, frage ich mich, kommt eine solche Anspruchshaltung her? 

Dass Glück von innen und nicht von aussen kommt, beweisen am Ende die beiden Schwestern Malika und Jorinde, womit dieses Buch immerhin mit einem Hoffnungsschimmer endet. 

Für den Jahresanfang dürfte dies Erkenntnis genug sein.

Titel: Die Liebe im Ernstfall, Roman, 286 Seiten, Paperback

Autorin: Daniela Krien

Verlag: Diogenes, http://www.diogenes.ch

ISBN 978-3-257-24547-9, Fr. 30.–/Euro 22.–

Kurzbeschrieb/-bewertung: Aufstehen, Krönchen zurechtrücken, ist das Motto von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie verlangen viel vom Leben, und dieses verlangt viel von ihnen. Die Sorgen und Nöte von Frauen in unserer modernen Gesellschaft. Manchmal wünschte ich mir mehr Lockerheit und Humor in diesem Roman, denn damit lässt sich der Ernstfall am ehesten aushalten.

Für wen: Für alle, die sich fragen, wo und wann wir die Freude am schlichten Sein verloren haben.

Lest ihr noch oder kollert ihr schon?

Auf meinen Aufruf hin, mir doch bitte Vorschläge mit Büchern zu liefern, hat sich der Posteingang nicht gerade überschlagen. Es geht euch doch hoffentlich nicht wie mir? Ihr lest doch noch, oder habt ihr auch den Corona-Koller? Es wird doch noch wirklich gute, nachhallende Bücher geben?

Letztere Frage stelle ich mir hin und wieder.

Immerhin ein paar Vorschläge sind eingetroffen. Ich möchte es nicht unterlassen, sie euch vorzulegen.

Hier die Liste:

Drachensaat, Jan Weiler

Aufzeichnungen eines Serienmörders, Young-Ha Kim

Homeland Elegie, Ayad Akthar

Streulicht, Deniz Ohde

Der Bandoneonspieler, Vincenzo Todisco

Und von mir kommt auch noch ein Vorschlag.

Die Geschichte der Belagerung von Lissabon, José Saramago.

Das Buch ist zwar nicht neu, aber reinstes sprachliches Vergnügen, für alle, die es ausschweifend, abschweifend und überhaupt schweifend mögen. Wenn ihr jetzt an den Morgenstern denkt, liegt das aber nicht am Buch, sondern an der Jahreszeit.

Habt ihr noch weitere Ideen? Dann her damit. daswortzumbuch@gmx.ch oder die Kommentarspalte auf der Blogseite sind offen und vermögen einiges zu fassen.

Ich grüsse alle da draussen. Tragt euch und anderen Sorge und bleibt gesund und lesefreudig.

Poesie-Agenda wartet auf Dich

Sicher habt ihr es schon festgestellt: Ich mache gerade sowas wie eine Pause vom Lesen. Zum einen liegt es an den Büchern, die vor mir liegen und so gar keinen Spass machen wollen, zum anderen bin ich in einem geistigen Lockdown, den ich mit Weihnachtsguetzlibacken, Netflixen und Stricken zu überbrücken versuche. Ob das was wird?

Für euch habe ich aber dennoch etwas. Ich verschenke fünf kultige orte Poesie-Agenden für das kommende Jahr. Was ihr dafür tun müsst:

Schickt mir einen Buchtipp. Gesucht ist er Titel von Büchern, die ich unbedingt lesen sollte. Auf dass mein geistiger Lockdown bald ein Ende hat …

Eure Mail geht an folgende Adresse: daswortzumbuch@gmx.ch.

Die ersten fünf Einsender/Einsenderinnen werden bald eine Poesie-Agenda 2021 in den Händen halten. Vergesst eure Anschrift nicht. Achtung, fertig, los….

Das Gepäck, das wir mit uns schleppen

Das abschätzige Wort „Bagage“ als Bezeichnung für eine Familie, so will mir scheinen, wird heute kaum mehr verwendet. Allerdings ist es mir aus der Kindheit wohlbekannt, begleitet von einem Geruch nach ungewaschener Kleidung und schlecht belüfteten Räumen sowie Bildern von schattigen Winkeln, Münzautomaten für Strom, laufenden Kindernasen. Bagage bedeutet aber auch Gepäck und erinnert an schlecht verschnürte Kartons und überquellende Koffer. Im Roman Die Bagage von Monika Helfer steht das Wort auch für alles, was wir als (Familien-)Geschichte in uns tragen, oft genug, ohne uns darüber im klaren zu sein.

Monika Helfers Bagage ist zwar arm und lebt an einem Schattenplatz, aber die Familie, um die es hier geht, ist über die Massen reinlich, reinlicher als alle anderen im Bregenzerwälder Dorf, dem ländlich-abgelegenen Schauplatz des Romans. Monika Helfer erzählt aus der Ich-Perspektive, schliesslich trägt der Roman autobiographische Züge. Hauptsächlich erzählt wird die Geschichte der Grossmutter Maria. Sie lebt mit ihrem Mann Josef und den Kindern ausserhalb des Dorfes. Ein ausnehmend schönes und glückliches Paar, allerdings auch rätselhaft, fremdartig und gefürchtet. Das Jahr 1914 bringt den Krieg und den Stellungsbefehl für Josef. Die Familie ist auf Almosen und das Wohlwollen des Bürgermeisters angewiesen. Als der Krieg vorbei ist hat Maria ein Mädchen zur Welt gebracht. Im Dorf wird geredet: dass Josef wohl kaum als Vater in Frage komme, obwohl er zweimal auf Fronturlaub zu Hause war. Zwei Männer gingen bei Maria ein und aus. Ein Deutscher und der Bürgermeister. In Josef ist der Zweifel gesät. Er wird dieses Kriegskind seiner Lebtag nie anschauen.

Das sind Dinge, über die in einer Familie lieber geschwiegen, als geredet wird. Doch soviel auch verheimlicht wird: Längst vergangene Ereignisse wirken nach. Monika Helfer setzt ihre Familiengeschichte aus Bruchstücken zusammen; aus dem, was sie aus ihrer betagten Tante Kathe herausgekitzelt hat, aus ihren eigenen Bildern, Empfindungen, Erlebnissen mit Onkeln und Tanten. Sie erfindet Dialoge, die vielleicht so, vielleicht aber auch anders stattgefunden haben. Sie greift auf die Wortwahl ihrer Tante zurück, wohlwissend, dass in der Erinnerung manche Geschichten grösser werden, andere kleiner, als ihnen zukommt. Und so werden Marias Kinder zu tapferen Helden: Hermann, der besser mit Tieren kann als mit Menschen, Lorenz, vor dem sich selbst der Bürgermeister in acht nehmen muss, Katharina, die im Notfall schon mal lügt, dass sich die Balken biegen. Schliesslich geht es ums Überleben. 

Helfers Erzählstil ist unprätentiös. Sie streift in ihrem Berichten durch die Jahrzehnte, greift mal diesen Lebensstrang auf, mal jenen. Und sie stellt sich die Frage: „Wann und wo endet die Bagage? Gehöre ich noch dazu? Gehören meine Kinder noch dazu?“

Titel: Die Bagage, gebunden, 159 Seiten

Autorin: Monika Helfer

Verlag: Hanser, 2020

ISBN 978-3-446-265-622, Fr. 28.90/Euro19.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Maria ist wunderschön. Ihr Mann wird in den Ersten Weltkrieg eingezogen. Es ist kein Geld im Haus, Maria hat drei Kinder zu versorgen. Der Bürgermeister des Bregenzerwälder Dorfes bietet Hilfe an. Er ist aber nicht der einzige, der ein Auge auf Maria geworfen hat. Ein Buch über das Leben auf dem Lande, wo jeder jeden kennt, wo jeder weiss, was der andere gerade denkt oder tut. Und weiss man es nicht, so erfindet man etwas. So werden aus Familien Bagagen und aus Bagagen Familien.

Für wen: Stammen Sie aus einer Bagage? Dann ist das sicherlich auch Ihre Geschichte.

Die Kunst des gekonnten Weglassens

Ich hätte es wissen müssen: Wenn einer wie Andreas Caminada ein Kochbuch mit „meine einfache Küche“ untertitelt, geht es nicht darum, mir das Kochen einfach zu machen. Und schon gar nicht darum, auf die Schnelle etwas auf den Tisch zu hexen. Nix da! Wählerischer Einkauf, Vorbereitung und Einsatz müssen schon sein. Und so wird selbst ein einfacher Gemüsesalat aus Karotten, Pastinaken, Kohlraben, Randen und Fenchel zu einer Angelegenheit, bei der Köchin und Backofen ins Schwitzen geraten und zahlreiches Gerät und Techniken zum Einsatz kommen. 

Dasselbe Prinzip findet sich auch beim Spargelsalat. Spargel roh, Spargel gekocht, Spargel grün, Spargel weiss, Spargel eingelegt. Was im Endeffekt einen Salat ergibt, der nicht nur allerhand Geschmacksvarianten bietet, sondern auch Beisseffekte. 

In „Pure Leidenschaft, meine einfache Küche“ wird konfiert, angebraten, mariniert, aromatisiert, glasiert, passiert und eingelegt, es ist eine wahre Freude. Dabei sehen die Rezepte ganz harmlos aus. Doch spätestens beim Essen wird klar: So kocht nur einer, der sich nicht bloss über das Hinzufügen, sondern mindestens gleicherweise über das Weglassen Gedanken macht.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstand, was Andreas Caminada mit „einfach“ meint. Die Zutaten sind in der Tat einfach, und die Umsetzung der Rezepte erfordert ausser Zeit und Willen auch keine Zauberkünste. Die meisten Zutaten sind im eigenen Umfeld zu bekommen, wenn auch vielleicht nicht in der Qualität, die Caminada dank Speziallieferanten verlangt. Gemüse, Kräuter, Fleisch, Milch- und Getreideprodukte: Caminada verarbeitet, was hierzulande wächst und gedeiht. Seine Rezepte in diesem Buch suchen keine Exotik und Effekthascherei ist ihnen fremd. Caminada arbeitet mit einem Minimum an Zutaten und Gewürzen. Diese wenigen aber werden gezielt eingesetzt. Zum Beispiel setzt er gerne ein Aromaöl aus einem im Rezept bereits verwendeten Gewürzkraut ein. Das verleiht der Speise zusätzliche Tiefe.

Was habe ich bis jetzt nachgekocht:

Kalbsrahmgulasch. Ich schwör’s, beim Lesen des Rezepts hat meine Waage ein lautes Stöhnen von sich gegeben. Auf ein Kilo Fleisch nimmt der Meister 200 Gramm Butter, zum Abschmecken des Gerichts einen halben Liter Rahm. Mit Rahm und Butter zu sparen wäre falsch, meint Caminada. Also tapfer die Zwiebeln in Butter goldgelb geröstet und rein mit den Rahmkalorien. Das Resultat: ein feines Gulasch, das durch die Beigabe von Kümmel eine spezielle Note bekommen hat. 

Weil es kalorienmässig gerade Wurscht war, ging die Testreihe weiter mit Schweinebauch mit BBQ-Creme. Mein allererster Schweinebauch, also habe ich mich getreulich ans Rezept gehalten. Fazit: Benötigt viel Zeit, ist aber tatsächlich einfach zu bewerkstelligen, schmeckt herrlich, mit knusperiger Haut. Die BBQ-Creme vereint alle Geschmacksrichtungen. Perfekt für Leute, die gegen Speck nichts einzuwenden haben.

Mein persönliches Highlight war Testessen Nr. 3: Gnocchi in Petersiliensauce. Ich gebe es zu, das Petersilienöl dazu habe ich weggelassen, das Petersilienpüree habe ich nicht durch ein feines Sieb gestrichen, und anstelle von Röslerkartoffeln mussten hundsgewöhnliche Bintje herhalten. Trotz all dieser Frevelei haben wir die Platte mit den Gnocchi ratzfatz leergegessen. Kurzum: Ein Hit, sowohl was die Konsistenz der Kartoffelgnocchi angeht, als auch die (rahmunterstützte, was sonst) Petersiliensauce. Zum Glück gedeiht mein Petersilienstock dieses Jahr prächtig.

Ein paar Rezepte muss ich mir für den Herbst aufsparen. Es wartet noch ein Wildterrine, ein Hirschrücken mit Steinpilzen. Oder die „weltbeste Gerstensuppe“. Und Dörrbirnenravioli. Bis im Herbst werde ich auch rausgefunden haben, was Krauseminze ist und was Rauchöl.

Ein Kochbuch, in dem es sich gerne blättert. Prachtvolle Bündner Landschaftsbilder machen Lust auf Wanderungen. Besonders sympathisch: Caminada porträtiert ein paar seiner Lieferanten und stellt ihre Spezialitäten vor. Viehzüchter, Jäger, Bauern, Gemüsebauern, Fischer, die gleichfalls ihre Arbeit mit einer gehörigen Portion Leidenschaft verrichten und sich dabei gerne weiterentwickeln.

Titel: Pure Leidenschaft, meine einfache Küche, Leineneinband

Autor: Andreas Caminada, mit Fotografien Gaudenz Danuser

Verlag: atverlag, 2020, at-verlag.ch 

ISBN 978-3-03902-028-7

Kurzbeschrieb/-bewertung: Kulinarisches Bündnerland von  Capuns/Maluns bis Gersten- und Brotsuppe, dazu das eine oder andere, was man im Bündnerland nicht erwarten würde. Einfache Zutaten, ohne Firlefanz , aber stets mit einer speziellen Note. Ausprobieren lohnt sich, auch wenn es etwas Einsatz kostet. Oder gerade deshalb. Ansonsten eine gute Idee: Buch verschenken und sich einladen lassen.

Für wen: Für alle, die schon immer mal bei Caminada einkehren wollten, aber sich bisher nicht nach Fürstenau/Schloss Schauenstein getrauten. Dieses Buch macht definitiv Lust auf einen Restaurantbesuch. 

Perserteppich, geknüpft aus Verzweiflung und Liebe

Amir, ein junger Mann, wird von seiner Familie in einer psychiatrischen Anstalt in Teheran wiedergefunden. Er hat im Krieg gegen die Irakis nicht nur Verstand und Erinnerungen verloren, sondern auch einen Arm in den kurdischen Bergen gelassen. 

Shahriar Mandanipur rollt mit Augenstern nicht nur einen Liebesroman in epischer Breite und Länge vor uns aus. Wir bekommen gleichfalls einen Blick in eine uns und wahrscheinlich auch manchem Iraner kaum begreifbare, von patriarchalen Strukturen und Gewalt geprägten Welt, in der es schon ein Frevel scheint, Fragen zu stellen. 

Augenstern spielt zur Zeit der islamischen Revolution und des ersten Golfkriegs, also in den späten Siebzigern und den Achtzigern des letzten Jahrhunderts. Schah Reza Pahlewi wird vertrieben und abgelöst durch eine nicht minder rigorose, doch diesmal religiös motivierte Gewaltherrschaft. Zusätzlich löscht der Krieg mit dem Irak eine ganze Generation junger Männer aus. 

Amir ist unter dem laizistischen Regime Reza Pahlewis gross geworden. Als Sohn einer wohlhabenden Familie geniesst er sämtliche Freiheiten. Er und seine Freunde feiern Feste, trinken, rauchen und lassen kein Mädchen unbehelligt. Doch mit dem Staatsstreich der Mullahs zerfällt Amirs Welt in Bruchstücke. Zusammen mit seiner aufopfernden Schwester versucht er Jahre später, diese Splitter einzusammeln und zusammenzusetzen. Was hat es mit dem Mädchen Khazar auf sich, das durch seine Tagträume geistert? Ist der Goldring, den er vermutlich trug, im Kriegsgebiet geblieben, zusammen mit seinem linken Arm? 

Shahriar Mandanipurs Roman brilliert mit einer poetischen Sprache und der Innensicht eines Landes das nicht recht weiss, wohin es will.  Auch wenn der Roman in einer vergangenen Zeit spielt, so scheint es doch, als legte uns Mandanipur eine Bildstrecke des heutigen Irans vor: Land und Menschen, zerrissen zwischen Moderne und Tradition. Man arrangiert sich mit rigiden Vorgaben und versucht, sie so gut als möglich zu umschiffen. Nach zwei Schritten vor, folgen zwei zurück.

Die ersten zwei Drittel des Romans sind der Erinnerungsarbeit Amirs gewidmet. Langsam (meiner Meinung nach zu langsam) findet er Namen, Adressen, tauchen Erinnerungsbilder auf und bleiben haften. Es hat einen Grund gegeben, weshalb Amir zur Armee gegangen ist. Eine Schuld? Im letzten Drittel nimmt die Geschichte Fahrt auf. Amir findet seinen Freund Pourpirar wieder, der ihn aus den Bergen gebracht hat und dabei selber verletzt wurde. Mit Pourpirar macht er sich auf die Reise zurück in vermintes Gelände. Und findet dort mehr als seinen längst verwesten linken Arm.

Mit Amir hat der Autor eine Hauptfigur geschaffen – eitel, überheblich, unreif, verschwenderisch, wehleidig, undankbar sowie in ständigem sexuellen Notstand – bei dem es zeitweise schwerfällt, ihn als Sympathieträger zu würdigen. Das eine oder andere mag man seinen Traumata zugute halten. Das andere oder eine jedoch regt bei mir eher den Brechreiz an. Hauptsächlich die Art und Weise, wie über Frauen gedacht und geredet wird. Beispielsweise ist selbst Amirs Betrachtung seiner Schwester und sogar seiner Mutter nicht frei von sexuellen Anspielungen. 

Mehr als eindrücklich sind die Szenen aus dem iranisch-irakischen Krieg. Amir ist im Krieg Beobachter: Das macht ihn sowohl zum Akteur und Betroffenen einer schlecht ausgerüsteten Armee, als auch zu jemandem, der eine „Sicht aus Distanz“ auf die Dinge hat.

Titel: Augenstern, gebunden, 443 Seiten

Autor: Shariar Mandanipur, aus dem Englischen von Regina Schneider 

Verlag: Unionsverlag, 2020

ISBN 978-3-293-005-570, Fr. 32.00/Euro 24.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Altes, schönes Leben dahin, Geliebte weg, eine Auspeitschung, ein brutaler Krieg: Kein Wunder wollen weder Amirs Gedächtnis noch sein Verstand mehr mitmachen. Doch da sind die Engel auf seinen Schultern, die alles aufzeichnen, was Amir denkt, sagt und tut. Sie formulieren es mal märchenhaft und voller Poesie, mal ironisch, meist ungeschönt und manchmal brutal. Ein aus vielen tausend feinsten Knöpfen geknüpfter Perserteppich mit etwas langen Fransen.

Für wen: Open-End-FreundInnen.

Drogen: Der langsame Sprung von der Brücke

Eigentlich ein schöner Titel, den sich Demian Lienhard da für seinen Roman ausgedacht hat: Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat. Da fängt das innere Kino gleich an, Szenen an die Gehirnleinwand zu werfen. Mütter warnen ja gerne, meist ohne Erfolg, es sei denn jenem, am Ende Recht zu behalten. In Demian Lienhards Buch soll die Mutter Recht behalten. Allerdings wird sie an dieser Tatsache wenig Freude haben. 

Und jetzt kommt es und ich sage es ungern: Durch dieses Buch habe ich mich von Seite zu Seite gequält, zumindest durch die erste Hälfte. Danach hatte ich mich wohl an den (gewöhnungsbedürftigen) Erzählstil gewöhnt.

Doch zuerst zu der Story: Wir schreiben die Achtziger- und ersten Neunzigerjahre. Teenager Alba lebt bei ihrer Mutter, die sie nicht versteht und oft kritisiert. Durch Albas Wohngemeinde geht gerade eine Selbstmordwelle; Schüler springen von der Brücke. Albas geliebter Stiefvater hat sich das Leben genommen, ihre Schwester ist auch tot, ein Vater kommt nicht vor. Das ist bestimmt für den abgestumpftesten Teenie zuviel des Guten, und so wundert es nicht, wenn Alba einen Selbstmord plant, der allerdings nicht gelingt. Doch damit sind wir erst am Anfang der Geschichte. Alba lernt René kennen, einen Goldküstenjungen. Auch seine Schwester ist gestorben. René ist, was man heute wohlstandsverwahrlost nennen würde. Bei beiden jungen Menschen, so liest sich jedenfalls die Story, haben die Eltern versagt. Aber sowas von! 

Was anfänglich nach einer schönen Jugendliebe aussieht, ist der Beginn einer von Toten gesäumten Abwärtsspirale, die ihren Höhepunkt auf dem Zürcher Platzspitz und auf dem Letten findet. 

Es scheint, dass das Thema der damaligen offenen Drogenszene Zürich und die tragischen Folgen der damit verbundenen politischen Entscheide gerade aufgearbeitet wird. Kürzlich ist der Film „Platzspitzbaby“ in die Kinos gekommen, der gleichfalls auf einem Buch basiert. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Drogen weiterhin aktuell ist. Hilfestellung, wie der momentane Missbrauch von Kokain und synthetischer Drogen bekämpft werden kann, bietet Lienhards Buch nicht. Seine Geschichte möchte wohl vor allem aufzeigen, wie das damals war, für jene die mittendrin im Heroinkonsum steckten und welche Gründe sie dorthin führten. 

Damit wären wir wieder bei Alba, einem verzweifelten, depressionsanfälligen Menschen, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss.  Klug ist sie, oft genug auch altklug, manchmal, und das ist beglückend zu lesen, mit frappanter Phantasie gesegnet. Sie reflektiert die Menschen und ihre Umwelt. Es sind meist freudlose, oft sarkastisch-traurige Beobachtungen, welche die sensible Alba anstellt. Aber, und das widerspricht der ihr zugeschriebenen Gescheitheit, die Sprache, die Lienhard für die Erzählstimme (also jener von Alba) wählt, scheint nicht zu ihr zu passen: zu flapsig, zu viele Gemeinplätze, zu sehr den Menschen aufs Maul geschaut, zu sehr einer Jugendsprache nachempfunden, die für mich nicht authentisch rüberkommt. Damit kann ich zur Not leben, aber beim Lesen bin ich ständig über die vielen seltsam verdrehten Sätze gestolpert. Oft als wäre eine Mundarterzählung Wort um Wort ins Hochdeutsche übertragen worden. Auch erschliesst sich mir nicht, weshalb Alba, die zur Uni geht und die Hochsprache sicher beherrscht, auf eine so kindlich-naive Art erzählen sollte. 

Oder da ist die Figur Gerold, der jedem seiner Sätze ein „ja“ anhängt. Spätestens nach dem zehnten „ja“ habe ich mich gefragt, was sich der Autor dabei gedacht hat. Vielleicht weil die Leser sonst nicht merken würden, dass Gerold seine Sätze am liebsten mit einem „ja“ beendet? 

Ganz ohne Spass: Wo zu dick aufgetragen wird, hört bei mir der Spass auf. Dieses Buch scheint mir ein Lehrbeispiel dafür zu sein, dass das Leben selber soviel Unglück über einem Einzelnen ausschütten kann, dass man unweigerlich ausrufen möchte: „Das hält doch keine Menschenseele aus.“ Geschichten aber sollten genau das nicht: Hier heisst es sich beschränken, will man nicht den Kommentar hören: „Unrealistisch.“ 

Und so ein Kommentar im Zusammenhang mit den Unglückseligen vom Platzspitz wäre nun wirklich fehl am Platz.

Titel: Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat, Roman, gebunden, 378 Seiten

Autor: Demian Lienhard

Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt, http://www.fva.de

ISBN 978-3-627-00260-2, FR. 33.90/EURO 28.–

Kurzbewertung: Albas Weg ins Erwachsenenleben ist gesäumt von Todesfällen, von Drogensucht, Verrat und einigem mehr, was die Welt an Schrecknissen aufbieten kann. Jetzt wird alles gut, denkt Alba auf der zweitletzten Seite des Buches. Selber schuld, wer das glaubt. Tragik in jedem Kapitel, eine teilweise nervige Sprache, gepaart mit originell beschriebenen Beobachtungen und treffenden Szenenbeschreibungen.

Für wen: Eine lesende Freundin, auf deren Büchergeschmack ich mich jederzeit gerne verlasse, fand diesen Roman toll. Demnach: Für alle, die anderer Meinung sind als ich.