Ein wenig von mir, und vieles von anderen

Heute möchte ich euch auf vier Neuerscheinungen aufmerksam machen, die mir am Herzen liegen, sei es, weil ich die AutorInnen oder HerausgeberInnen kenne oder selbst irgendwie an dem Werk beteiligt bin. 

Zuerst natürlich die soeben erschienene orte-Poesieagenda fürs kommende Jahr. 

Wir sind zwar erst gut in der Hälfte des Jahres 2020, nur so richtig „normal“ fühlt es sich bei mir immer noch nicht an. Ich bin wahrscheinlich nicht allein mit meinem Gefühl von „zwischen Stuhl und Bank“ hängen und warten, dass sich die Lage allenthalben entspannt. 2021 also, spätestens dann könnte, sollte, müsste alles oder fast alles wieder seinen Gang nehmen, ohne dass gleich Regenwälder abgeholzt, Menschen beleidigt oder wahnsinnsintelligente Sprüche skandiert werden à la „Sterben muss jeder mal“. Das orte-Agenda 2021-Titelblatt zeigt – und das dürfte purer Zufall sein – ineinandergestellte weisse Plastikstühle unter einem strahlendblauen Himmel, ein Bild das uns im kommenden Jahr noch an diesen irren Frühling und Sommer erinnern dürfte, sollte, müsste. Im Inneren des Büchleins sind wieder zahlreiche Gedichte versammelt von berühmten und weniger bekannten PoetInnen, Bilder, Sinnsprüche, Cartoons. Ich verspreche euch: Die Agenda wird euch ein freundlicher, anregender, tröstlicher Begleiter durch das kommende Jahr sein. Zum Beispiel dieses Gedicht von Markus Waldvogel, das genau heute in einem Jahr still in den Tag einstimmen wird:

Sollen Stimmungen

vermittelt werden

stehen die Wörter Kopf

Auch an den Nervenenden

wird nicht gesprochen

nicht einmal

während des Sonnenuntergangs

Die orte-Poesieagenda ist zu kaufen bei www.orteverlag.ch, ISBN 9783-858-302-656. Sie kann aber auch in jedem Buchladen bestellt werden, der etwas auf sich hält. Herausgeberinnen des kleinen Wunderwerks sind Susanne Mathies und ich. Von uns beiden sind übrigens auch Gedichte und Bilder drin.

Nochmals um Gedichte geht es in einem Büchlein von Thomas Heckendorn.

DANKEUNDAUFWÜRDESEHN.

So lautet der augenzwinkernde und dennoch ernste Titel des kleinen Werkes, der die Texte im Inneren wunderschön widerspiegelt.

Thomas Heckendorn macht es seinen Lesern nicht gerade leicht, wenn er seine Gedichte alle in Versalbuchstaben und ohne Wortabstände schreibt. Aber wie ich ihn kenne, wird es ihm ein Vergnügen sein, seinen LeserInnen etwas Gedankenarbeit und -spiel abzuverlangen. Macht auch Spass, denn des öfteren ergibt sich beim neuen Verbinden der Silben ungeahnt Neues. Auch hier ein kleines Beispiel.

ECCE.DAS

GEHWESEN.

DIEWEHENDESGEHENS.

SCHLEIERWERDENGELEGT

ANHELLENSTRÄNDEN

DANKEUNDAUFWÜRDESEHN ist im Caracol-Verlag, Warth, erschienen und kann dort (caracol-verlag.ch) bezogen werden. ISBN 978-3-907296-03-5.

Axel Kutsch hat wiederum keine Mühen gescheut und Versnetze-13 herausgebracht, wie alle Versnetze-Bände der letzten Jahre eine vielschichtige Sammlung von Gedichten, verfasst von Gegenwarts-AutorInnen. Die meisten der in dieser Anthologie vertretenen Dichterinnen und Dichter stammen aus Deutschland, doch auch Österreich, die Schweiz und sogar Frankreich, die Niederlande, Finnland und USA sind dabei. Bekannte Namen folgen auf unbekannte, noch nie gehörte. Es gibt eben gerade auch in der Dichterszene die stillen Wasser, die murmelnden Bächlein und schäumende Wasserfälle. Besser, ich lasse jetzt die pseudopoetischen Vergleiche und komme zum Wesentlichen zurück. 

Kutsch legt bei der Zusammenstellung seiner Bände Wert auf „ein weites Feld unterschiedlicher Schreibweisen der heutigen Lyrik … Das gilt für ,abgefahrene’ experimentelle ebenso wie für konventionell ausgerichtete Texte …“ (Zitat aus einem Interview von Anton Mai).

Auch ich bin mit einem Gedicht in Versnetze_13 vertreten, was mich ungeheuer freut. Ich werde euch jetzt aber nicht mit einem Gedicht von mir beglücken, auch wenn die Versuchung da ist, vom stillen Wasser zum tosenden Wasserfall zu wechseln.

Wer einen aktuellen Überblick über das zeitgenössische Gedichtschaffen im deutschen Sprachraum sucht, ist mit Axel Kutschs Versnetzen bestens ausgerüstet. Das Buch ist im Verlag Ralf Liebe, Weilerswist, erhältlich. ISBN 978-3-948682-02-6 , www.verlag-ralf-liebe.de.

In meiner vierten Empfehlung geht es noch einmal um ein Buch, in dem ich als Autorin vertreten bin. Es handelt sich um eine Kurzgeschichten-Anthologie des in Zürich beheimateten litac-Verlags. Litac gibt „spannende Literatur für Anspruchsvolle“ heraus. Die Kurzgeschichtenanthologie Schatten ist neben  In der Tiefe und Monstrum die dritte in der „Unterirdischen Reihe“.  35 Geschichten setzen sich auseinander mit Licht und seinem unheimlichen, manchmal muffigen, manchmal moosgrünen Gegenstück, dem Schatten. 

Die Vorstellung diese Buches findet am 3. September 19.30 Uhr im GZ-Buchegg-Spiegelsaal in Zürich statt. Nichts wie hin also – und nehmt eure Schatten mit.

Zu beziehen ist das Buch bei litac-Verlag, Zürich, oder im Buchhandel, ISBN 9-783-952-484-937 

Gedichte für jeden Tag

Die Poesie ist das Wirklichste, sie ist das, was erst in einer anderen Welt vollkommen wahr wird.

Charles Baudelaire

 

Die neue Poesieagenda 2019 ist da. Wie immer mit vielen erfrischenden Gedichten, frechen und nachdenklichen Statements zur Lage der Welt im allgemeinen und der Dichtkunst im Besonderen, poetischen Bildern und vielem mehr. Ein Büchlein, das für jeden Tag des kommenden Jahres ein bisschen gute Laune bereithält. Auch ein Medizinschränkchen mit Glückskapseln. Wie zum Beispiel dieses hier von Basho:

 

In der Klause mein

sind die Mücken klein und still –

Andres hab’ ich nicht.

 

Herausgegeben wird das kleine Wunderwerk von Susanne Mathies und mir. Es ist jedesmal ein grosses Vergnügen, die Agenda frisch ab Presse in den Händen zu halten und darin zu schmökern.

Die Poesie-Agenda ist zu bestellen beim Verlag unter verlag@orteverlag.ch, in jeder Buchhandlung unter Poesie-Agenda ISBN 9783858 302304 oder auch bei mir direkt jolanda.faeh@gmx.ch. Preis Fr./Euro 18.–, ab 10 Exemplaren portofrei.

 

Selbst geschrieben

Ich blogge über Bücher und ich schreibe. Wenn’s gerade passt, veröffentliche ich etwas. Hier eine unvollständige Liste dessen, was von mir in gedruckter Form vorliegt:

 

Frisch ab Presse: 

Poesie-Agenda 2019, orte Verlag Schwellbrunn, herausgegeben von Jolanda Fäh/Susanne Mathies, nächstens lieferbereit, Fr. 18.–,  www.orteverlag.ch

 

Noch zu haben:

Poesie-Agenda 2018, orte Verlag Schwellbrunn, herausgegeben von Jolanda Fäh/Susanne Mathies, ISBN 978-3-5830-212-0,  Fr. 9.– http://www.orteverlag.ch

 

Einzelveröffentlichungen

2015: Von Engeln, Bengeln und anderem weihnachtlichem Zubehör, 25 Mini-Geschichten für die Advents- und Weihnachtzeit, neobooks, ISBN 3738018425, 9783738018424, Fr. 4.50

2009: Wadenbeisser-Gedichte, Jolanda Fäh, Fundorte 32, orte Verlag Schwellbrunn, ISBN 978-3-85830-149-9, Fr. 28.–

2009: Urwaldhus, Tierhag, Ochsenhütte und Co., orte-Verlag Oberegg AI (gemeinsam mit Werner Bucher)

 

Beiträge in Anthologien

2018: In der Tiefe, Anthologie mit 34 Beiträgen, Herausgeberin Susanne Mathies, litac Verlag Zürich, http://www.litac.info, Fr. 15.90

2014: 750 Wörter Zeichen Jahre, Waldgut Verlag Frauenfeld

2003: blütenweiss bis rabenschwarz, 200 St.Galler Frauen-Porträts, Limmat-Verlag Zürich;

 

 

Ausserdem

2018: Libretto zu „Am Rhein“, Opernszenen komponiert von Matthias Arter, Uraufführung Zürich 2018. Liegt leider nicht in gedruckter Form vor.