Wo selbst die Stille Schatten wirft

Laura Freudenthaler hat sich in ihrem Roman Die Königin schweigt mit der Generation ihrer Grosseltern auseinandergesetzt. Die Hauptfigur, Fanny, wächst in einem Bergdorf auf. Hier wird gearbeitet und geschwiegen. Das Fanny-Kind zieht es unter der Bank in eine stille dunkle Ecke, von wo es über Gerüche und Geräusche die Welt in sich aufnimmt. Später heiratet Fanny den Dorflehrer, der eines Tages nicht mehr von einem seiner Ausgeh-Abende zurückkehrt. Das grosse Glück war diese Ehe nicht. Doch Fanny hat früh gelernt, dass das Unglück einem überall findet, auch wenn man sich in Ecken verkriecht und sich still verhält. Die junge Frau zieht mit ihrem Sohn weg vom Dorf. Weg vom Geschwätz der Leute und den Erinnerungen. Das Unglück lässt Fanny aber nicht aus den Augen.

Eigenartig, wie oft mich dieser Roman an meine Mutter und ihre Vorstellungen erinnerte. An ihr Lebensleitmotiv, das über allem stand, was sie tat oder sein liess: Was würden auch die Leute sagen. Auch meine Mutter hatte das Schweigen von klein auf gelernt. Als wäre das Reden über Erlebtes ein Makel. Weshalb vom Unglück reden, wo es doch alle am Wickel hatte. Und über Glück schon gar nicht, wegen des Neids. Dann doch besser über andere reden. Wer besucht wen und aus welchen Gründen? Wer bezahlt seine Rechnungen nicht? Wer hat die Witwenkleidung abgelegt, obwohl noch kein Jahr um ist? Dabei gut aufpassen, was man den anderen über sich selbst verrät. Und immer die Wäsche nach Plan aufhängen, denn was würden die Leute sagen, wenn der Büstenhalter vergnügt neben einem Paar Männerunterhosen im Wind getanzt hätte. 

Allgegenwärtige soziale Kontrolle. Und Selbstkontrolle. Vielleicht noch ein Vermächtnis einer Gesellschaft, die die Kriegsjahre und ihre Überwachungssysteme miterlebt hat.

Doch zurück zum Buch: Aus dieser Geschichte kommt einem eine eigenartige Schwermut, viel Schattenhaftes entgegen. Als läge das meiste im Halbdunkel.  Das Motiv des unter der Bank kauernden Mädchens, das überdies in einem Schattenwinkel gross wird, zieht sich so durch den ganzen Roman. Dialoge sind praktisch keine vorhanden, am ehesten noch indirekte Rede. Die Sprache nüchtern, sachlich, unverstellt, bildhaft.

Nicht klar ist mir geworden, wer hier eigentlich erzählt. Fanny, die im Alter über ihr Leben nachdenkt? Oder ihre Enkelin, oder gar eine auktoriale Erzählstimme? Eine Mischung aus allem? Die Frage ist insofern berechtigt, als Fanny auf die bohrenden Fragen der Enkelin ja keine Antworten liefert. Das sagt ja schon der Titel aus: Die Königin schweigt. 

Titel: Die Königin schweigt, Roman, 206 Seiten, Paperback

Autorin: Laura Freudenthaler

Verlag:  btb, 2019

ISBN 978-3-4421-71705-7, 10.­– Euro/12.40 Franken

Kurz zusammengefasst: Ein lohnenswertes Buch, das uns etwas über die Kriegs- und Nachkriegsgeneration verrät. Freudenthalers hat ein besonderes Gespür für Stimmungen, Schattierungen und Gefühlslagen, die nicht einmal der betroffenen Person ganz klar sind. Eine sensible Annäherung an die Generation von Frauen vor uns.

Für wen: Wer seine Mutter oder Grossmutter und ihr stoisches Ertragen von widrigen Lebensumständen noch nicht verstanden hat, ist damit sicher bestens bedient.

Mutterliebe – Sohnespflicht und alles was dazwischen liegt

Das Verhältnis erwachsener Kinder zu ihren Eltern ist wohl stets ein diffuses. Jedenfalls scheint es ungeschriebenes Gesetz, dass Kinder ihre Eltern zu achten haben, zu lieben, sofern diese Achtung und Liebe nicht gänzlich verspielt haben. Im Gegenzug, so der gesellschaftliche Konsens, lieben Eltern ihre Kinder, komme was da wolle, sorgen sich und wollen, so lange sie leben und darüber hinaus, nur das Beste für ihre Nachkommen.

Nun ist natürlich nicht genau definiert, wie Eltern es anstellen, ihre Nachkommen glücklich zu machen. Es ist noch nicht einmal klar, wie sie es anstellen sollen, deren Handlungen und Entscheide immer zu verstehen oder zu akzeptieren. Gleichzeitig bleiben Eltern ihren Kindern immer ein Stück weit fremd. Das liegt zum einen daran, dass Eltern schon ein Leben vor der Geburt ihrer Kinder gelebt haben. Zum anderen, dass Eltern ihren Kindern bestimmt nicht alles erzählen, und in dem was sie erzählen auch gehörig flunkern. Erzählungen sind zudem immer ungenau, sind sie doch eine Mischung aus Erinnerung, Auswahl, Phantasie und Formulierungskunst. 

Noch vertrackter wird das Eltern-Kind-Verhältnis, wenn es sich beim Elternteil um die Mutter handelt. Mütter bringen ihre Kinder zur Welt, nachdem sie sie neun Monate mit ihrem Leib genährt und beschützt haben. Die Bindung hat ­– so wird uns vermittelt ­– besonders stark zu sein und ist nur in Ausnahmefällen diskutierbar. Doch wie in allem, was einfach so vorausgesetzt wird, steckt darin ganz schön viel Konfliktpotenzial.

Matthias Nawrat hat sich in Reise nach Maine das Verhältnis Sohn-Mutter vorgenommen und szenisch beleuchtet. Er beschreibt in seinem Roman die Amerika-Ferien-Reise eines Sohnes mit seiner Mutter. Nicht dass der Sohn wirklich mit seiner Mutter hätte verreisen wollen. Doch eine Woche, so nimmt er sich vor, würde er ein solches Arrangement schon aushalten. Die zweite Woche würde er ganz für sich haben. Doch diese Pläne hat er ohne seine Mutter gemacht. So leicht lässt sie sich nicht abschütteln.

Dass Nawrat sich selber in der Hauptfigur des Sohnes setzt, macht die Geschichte besonders intensiv. Wahrhaftigkeit ist das Stichwort, das einem bei so einem Schreibexperiment als erstes in den Sinn kommt. Ohne diese geht es nicht. Wir begleiten den Romanautor und seine Mutter durch New York und später auf der Weiterreise nach Maine. Wir sehen sein gut nach vollziehbares Schwanken zwischen Sohnespflicht und Mutterliebe. Wir können die  Gereiztheit nachvollziehen, die bei beiden aufkommt, denn auch der Mutter ist klar, dass der Sohn sich seinen Traumurlaub nicht an der Seite von Mama vorstellt. Doch sie ist entschlossen, diese Tage mit ihrem Sohn zu geniessen. 

Eine Szene fast zum Schluss des Buches hat sich mir besonders eingeprägt. Es ist dies eine Wanderung, die die beiden gemeinsam einen Berg hoch machen. Vorausgegangen ist ein Streit. Die Mutter geht voran, lässt sich nicht bremsen, der Sohn stiefelt hinterher:

«Der Rücken meiner Mutter, ihr ganzer Körper war, während sie mir vorausging, ganz aufgerichtet, sie ging aufrecht und federnd, sie schwebte fast, als sei sie eine junge Person, als hätten Raum und Zeit sich in dem Hohlweg gekrümmt und ein Fenster sich geöffnet in eine frühere Zeit. … Sie ging, während mich die Erde gnadenlos anzog und jeden meiner Schritte beschwerte, mühelos vor mir den Berg hinauf und nahm eine Stufe nach der nächsten, als könnte ihr die Schwerkraft nicht anhaben.» 

Schöner und eindrücklicher kann nicht beschrieben werden, wie eine Generation auf die andere folgt.

Titel: Reise nach Maine, Roman, 218 Seiten, gebunden

Autor: Matthias Nawrat

Verlag:  Rohwolt, Hamburg, 2021

ISBN 978-3-3-498-00231-2, 22.­– Euro/31.90 Franken

Kurz zusammengefasst: Mutter und erwachsener Sohn verreisen. Erst nach New York, dann mit dem Auto nach Maine. Unterschwellige Vorwürfe, inneres Knurren, elterliche und kindliche Zuneigung, Fremdheit in der Verbundenheit: Wie sollten sie auf einer solchen Reise nicht zum Ausdruck kommen?

Für wen: Eine Mutter, die einen ab und an die glatten Wände hochtreibt, haben wohl alle.

Wie es dazu kommen kann, dass der Thunersee absäuft

Mit Pascal Gschwind geht es rasant abwärts. Das sieht er selber natürlich anders. Er hat einen neuen, ihm viel abverlangenden Job bei Valnoya angefangen. Valnoya ist weltweit im Minengeschäft tätig. Und gerade eröffnet sich Pascal Gschwind eine Möglichkeit, rasch die Karriereleiter hochzuklettern und einen Sack voll Geld nach Hause zu tragen: Am Beatenberg wurde Recapitanium gefunden. Der Kanton Bern veranlasst gegen die Warnung von Spezialisten und Umweltschützern Sondierbohrungen. Derweil gibt Valnoyachef Hiller Gschwind den Auftrag, für die Firma jenes Grundstück zu erwerben, unter welchem sich die wunder- und kostbare Recapitanium-Mine befindet. Da wird Pascal Gschwind gleich erfinderisch und nimmt es mit den geltenden Landerwerbbestimmungen nicht so genau. Wäre doch schön, wenn er zu seinem Tesla das passende Boot hätte, um auf dem Thunersee herumzukurven. Während Geschwind sich ein Diplom als Landwirt bastelt, beschäftigt sich seine Ehefrau Rina mit Joga, Achtsamkeit und anderen schönen Dingen, indes sein Sohn Levin eine Umweltorganisation namens Back to the fruits gründet und die Schule schmeisst. Als ob Pascal Gschwind mit seinem «sustainability report» und den Umweltsünden eines peruanischen Valnoya-Betriebs nicht schon genug um die Ohren hätte. 

Soweit ein Anriss der temporeichen, fabelhaften Geschichte, die Urs Mannhart unter dem  etwas umständlichen Titel Gschwind oder das mutmasslich zweckfreie Zirpen der Grillen, erschienen beim Secession-Verlag, verfasst hat. Der Autor lässt uns seinen Gschwind so richtig schön ans Herz wachsen, denn trotz all seiner Karrieregeilheit und seines Wirtschaftsverträglichkeitsgeschwafels hat Pascal Geschwind auch menschliche Seiten. Ob am Ende Umwelt, Allgemeinwohl und Familie mehr wiegen als Geld und Macht, dafür muss man diesen köstlichen, aberwitzigen Roman schon selber lesen. Langweilig wird es jedenfalls nicht. Ausserdem: nach all dem virusbedingten schlechten Nachrichten darf man sich schon wieder mal mit den besorgniserregenden Nachrichten rund um den Planeten Erde beschäftigen (und sich in allen Farben vorstellen, was passiert, wenn der Thunersee absäuft). Mannhart legt mit Beobachtungsgabe und feiner Ironie offen, wie wir es mit Negation und argumentativ unterstütztem Selbstbetrug vermeiden, uns näher mit Themata zu beschäftigen, die uns eigentlich unter den Nägeln brennen sollten.

Titel: Gschwind oder Das mutmasslich zweckfreie Zirpen der Grillen, Roman, 286 Seiten, gebunden

Autor: Urs Mannhart

Verlag:  secession Verlag, Berlin, 2021

ISBN 978-3-96639-039-2, Fr. 30.­–, Euro 23.­–

Kurz zusammengefasst: Raffgier und Machthunger bringen nicht nur Gschwinds Leben durcheinander, sondern auch die Berner Alpen ins Wanken. Süffig zu lesen, ironisch, phantasievoll aber als mögliches Szenario leider, leider nicht allzu abwegig. 

Für wen: Kann ich einfach allen empfehlen.

Man nehme …

Man nehme vier Jugendliche: einen Schwarzen, einen Schwulen, ein freakiges Mädchen und einen Aussenseiter in schwieriger familiärer Situation. Man gebe einen gehäuften Esslöffel Herzschmerz dazu, zweihundert Gramm Drama und setze das Ganze in die amerikanische Pampa, rühre gut um und lasse es über gut dreihundert Seiten köcheln. Fertig ist der Coming-of-age-Roman.

Diese und andere Gedanken sind mir beim Lesen von Benedict Wells Hard Land durch den Kopf gegangen und haben mich von der eigentlichen Story abgelenkt. An und für sich eine runde, leicht zu lesende Geschichte über Freundschaft und  Erwachsenwerden. Aber eben auch eine Geschichte, die ich so oder allzu ähnlich schon gelesen habe. Eine Geschichte auch, die einen in ihrer dichten Atmosphäre in die eigene Jugend zurückträgt, als das Gras intensiv nach Sommer roch, die grosse Welt sich bald auftun würde, Risiken nichts als Spass waren und das Drama stets auf der Bettkante sass. 

Wir schreiben die Achtzigerjahre. Sams einziger Freund ist weggezogen, die Sommerferien stehen vor der Tür. Es werden unerträgliche Ferien werden, denn Sams Mutter ist schwer krank und sein Vater ohne Arbeit. Sam meldet sich auf einen Ferienjob im örtlichen Kino und begegnet den etwas älteren Freunden Cameron, Hightower und Kirstie.

Titel: Hard Land, Roman, 342 Seiten, gebunden

Autor: Benedict Wells

Verlag:  Diogenes Zürich, 2021

ISBN 978-3-257-07148-1, Fr. 26.40, Euro 24.-

Kurz zusammengefasst: Geschichte des jugendlichen Aussenseiters Sam, der in mehr als einer Hinsicht den Sommer seines Lebens erlebt. Berührend, melancholisch, empathisch mit vielen Seitenblicken auf Musik, Film und Literatur der Achtzigerjahre.

Für wen: Wers mag.

Literatur, die neue Inseln baut

In der 22jährigen Hekla schlummert ein Vulkan, ein Schreibfeuerwerk, das nach draussen muss. Doch Hekla lebt auf Island in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Schriftstellernde Frauen gelten dort gerade als Unding der Natur, oder sie bringen sich um. Keine guten Voraussetzungen für Hekla, die sich als Serviererin über Wasser hält. Ihre männlichen Gäste legen ihr nahe, sich für den Job als Miss Island zu bewerben. Hekla ist von der Idee wenig begeistert.

Hekla ist eine junge Frau vom Lande, die sich in die Stadt aufgemacht hat, um frei zu sein und ihren Weg zu gehen. Sie ist anders als die anderen, weiss das auch und versucht gar nicht erst, sich der Norm anzupassen. Die Stärke dazu haben ihr ihre Eltern mit auf den Weg gegeben. Wenn es hart auf hart kommt, hat sie in Reykjavik ihren Freund Jón John und ihre Freundin Ísey. Jón John ist schwul und droht, daran zugrunde zu gehen. Ísey ist voller Poesie, doch sie hat sich jung verheiratet und ist Mutter geworden. Sie hangelt sich melancholisch durch ihre Hausfrauentage. 

Miss Island von Audur Ava Ólafsdóttir ist eine Geschichte, die von innerer Stärke handelt und dem Vertrauen in das eigene Talent. Dass die Gesellschaft Andersartigen Hürden in den Weg legt, ist auch Hekla klar. Und dass sie sich nicht von ihrem Weg abbringen lässt ebenso, auch wenn das Verzicht bedeutet. Gleichzeitig ist Miss Island ein Roman über die Liebe zum geschriebenen Wort und zur Landschaft, in der das Wort hervorbricht, sich seinen Weg bahnt, sich wie ein Vulkan neue Inseln baut. Ein kleines literarisches Juwel: amüsant, poetisch, kraftvoll.

Titel: Miss Island, Roman, 236 Seiten, gebunden

Autorin: Audur Ava Ólafsdóttir

Verlag:  Insel, Berlin, 2021

ISBN 978-3-458-17902-3, Fr. 31.50, Euro 22.-

Kurz zusammengefasst: Emanzipation in den 70ern auf Island. Eine gelungene und witzige Mischung aus Zeitgeschichte, Bohème, Coming of age mit viel isländischem Einschlag. Sollte man lesen. 

Für wen: Alle, die Mut brauchen, ihren Talenten und Träumen zu vertrauen.

Ein Frauenleben zwischen orange-braunen Blümchentapeten

Manchmal frage ich mich, ob und inwiefern sich das Leben von uns Frauen in den letzten 50 Jahren verändert hat. In meiner Generation galt die Berufswahl für Mädchen nach der Schule als eine Selbstverständlichkeit, auch wenn es hie und da noch hiess, man heirate ja dann doch. In diese Aussage eingeschlossen war nicht nur die Aussicht auf Kinder, sondern auch, dass der Ehemann schon für den zukünftigen Lebensunterhalt aufkomme, und ebenso, es lohne sich nicht, allzu viel Zeit und Geld in die Ausbildung  zu investieren. 

Und tatsächlich sind die meisten meiner Jahrgängerinnen diesem eingepflanzten Lebensentwurf nachgekommen, wenn auch mit dem Anspruch, den erlernten Beruf irgendwann wieder aufzunehmen, «wenn die Kinder gross genug sind».

Und heute: Frauen lernen, wozu immer sie Lust haben. Sie arbeiten ohne Unterbruch. Kinder bekommen sie dann, wenn es passt, und das mit dem Heiraten überlegen sich einige doch recht gut. Ehemänner wollen auch keine Versorger mehr sein, sondern Partner. Das klingt soweit ganz gut, inwieweit es funktioniert, steht auf einem anderen Blatt Papier. 

Die grosse Freiheit also?

Welche zähen politischen und persönlichen Schritte es hin zu dieser Situation brauchte: Mir kommt vor, da bestünden heutzutage etliche Wissenslücken. Da scheint ein Rückblick in die Siebzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts gar nicht so verkehrt. Was trieb Frauen zu jener Zeit der orange-braunen Blümchentapeten um, wovon träumten sie?

Frauke Ohloff ist der Sache in ihrem Roman Fiona nachgegangen.

Fiona ist aus Deutschland in die Schweiz gezogen und sucht Anschluss und etwas, was ihr Leben ausfüllt. Was das sein könnte, weiss sie nicht. Vorerst lässt sie sich auf sexuelle Abenteuer ein, deren Anfang das Ende schon ahnen lässt. Ihr Mann Clemns scheint die Geduld in Person zu sein, verbringt aber immer mehr Zeit bei der Arbeit. Fionas Verhältnis zu ihrem Sohn Stefan scheint eher analytisch als gefühlsbetont. Fiona hat viel Zeit über ihre Situation nachzudenken, über ihre Herkunft und Vergangenheit ebenso wie über ihre Wünsche für die Zukunft. Dabei stellen sich auch Fragen nach der (selbstgewählten) Begrenztheit ihres Lebens, nach Verantwortung und danach, wie sich Glück definieren lässt und vor allem, wie es sich festhalten lässt.

Möglicherweise ist Fiona ein typisches Beispiel der Nachkriegsgeneration: Verheiratet und finanziell von ihrem Mann abhängig, auf der anderen Seite aber bereit, sich aus dieser Situation zu lösen oder wie es so schön heisst: sich selber zu finden. Dieses Sich-selber-Finden kann aber immer nur im Vergleich mit anderen stattfinden. In Fionas Fall beispielsweise in der Begegnung mit Johanna oder dem Ehepaar Richter. Fiona sucht Herausforderungen und findet doch nur neuen Mief, andere Einschränkungen und missliche Lagen. Die Männer in Frauke Ohloffs Roman kommen oft etwas übergriffig daher. Sie scheinen allesamt zu wissen was Frau braucht und denkt. 

Titel: Fiona, Roman, 225 Seiten, Paperback

Autor: Frauke Ohloff

Verlag:  Edition Hartmann, Bern, 2021

ISBN 978-3-905110-42-5, Fr. 35.­–

Kurz zusammengefasst: Fiona, eine Frau zerrissen zwischen den inneren und äusseren Ansprüchen, sucht einen Weg aus der Lethargie. Männerbekanntschaften, ein neuer Arbeitsplatz, die Herausforderungen als Mutter und Ehefrau, das fremde Umfeld: überall stösst Fiona an Grenzen. An innere und äussere. 

Für wen: Glückssucher/innen.

Dieses angeschlagene Obst schmeckt gut

Das Cover zeigt Birnen: gelbe, mit grünen und braunen Flecken. Eine Sorte, die es wohl kaum in einem Geschäft zu kaufen gibt. Eine alte Sorte, denn so lautet der Titel des Romans von Ewald Arenz: Alte Sorten. Man könnte nun davon ausgehen, dass das Obst in dem Roman eine tragende Rolle spielt. Doch nein. Ein Birngarten kommt zwar vor. Auch wie man aus Birnen Branntwein zaubert. Sogar zwei Menschen gibt es, die das Obst lesen und verarbeiten. Ansonsten ist birnenmässig nicht viel los. 

Der zweite Gedanke wäre, dass es sich bei den alten Sorten um Menschen handelt, die entwicklungsmässig im letzten oder vorletzten Jahrhundert stehengeblieben sind. Mit den modernen Zeiten nicht mitkommen. Auch dieser Schluss ist zumindest halbwegs ein Irrläufer. Es geht in dieser Story zwar um Menschen mit Problemen, doch die sind anderer Art. Die Rede ist von Liss und Sally.

Sally ist jung und Borderlinerin. Eigentlich gibt es nichts, worüber sie sich nicht masslos aufregen kann. Vor allem ihre Mitmenschen machen sie wütend. Liss könnte vom Alter her Sallys Mutter sein; sie spürt in sich einen unbändigen Freiheitsdrang und ist mit ihrem geregelten Leben unzufrieden. Beide Frauen haben Mühe sich an- und einzupassen. Birnenmässig gesprochen, haben sie den einen oder anderen Fleck, der sie für die Supermarktauslage ungeeignet macht.

Ewald Arenz führt die jugendliche Streunerin Sally und die unglückliche Bäuerin Liss zusammen. Die Umgebung könnte – zumindest vordergründig – idyllischer kaum sein. Man stelle sich so etwas wie Bayern vor, ein paar Hügel, Bauern auf Traktoren, im Hintergrund einige überdimensionierte Windkrafträder. Viel Weite, viel Landschaft. Hier finden die beiden Frauen so nach und nach über das gemeinsame Tun auf dem Feld, über kurze Gespräche, über kleine Momente des Seins zueinander, in denen sich ihre Verletzlichkeit und ihre Narben offenbaren. Brüchig und zaghaft am Anfang, wird die Freundschaft durch einen Moment der Krise gestärkt. 

Ewald Arenz beschreibt einfache Alltagssituationen. Nichts ist aufgeregt. Bilder tauchen auf, verblassen wieder. Jeden Morgen ist das Leben auf dem Land gleich und doch etwas anders als am Tag zuvor. Wir sehen Liss im Türrahmen stehen. Eine Tasse Tee in der Hand schaut sie dem Regen zu, den Hühnern auf dem Hof:

«Ein Tag, an dem man die Welt einfach trinken lassen und sie da bei nicht stören sollte. An dem man die Hühner rennen lassen sollte, ohne den Kopf zu schütteln. Ein Tag, an dem man ein Mädchen schlafen lassen sollte, wenn es schlief. Es gab für alles einen Grund, sie sah ihn nur nicht.»

Eine Erzählweise und Sprache, die dem Inhalt des Romans voll und ganz gerecht wird. Wunderbar. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. 

Und jetzt wäre ein liebevoll gebranntes Birnenschnäpschen keine schlechte Idee.

Titel: Alte Sorten, Roman, 255 Seiten

Autor: Ewald Arenz

Verlag:  Dumont, Köln, 2021

ISBN 978-3-8321-6530-7, 10 Euro/15.90 Franken

Kurz zusammengefasst: Zwei Frauen, die in keines der üblichen Strickmuster passen, finden zusammen und akzeptieren sich. 

Für wen: Für alle Früchtchen (nicht nur für Kernobst).

Ein einig Volk von Nein-Sagern?

Dies wird ein Wut-Beitrag. Und eine Schelte. Nur damit Ihr es wisst, bevor ihr weiterlest. (Dies betrifft vor allem uns SchweizerInnen, es sind aber alle mitgemeint, die Abstimmen dürfen, aber nicht Mitdenken wollen; all jene, die lieber glauben und nachbeten, was ihnen Interessenvertreter vorkauen.)

Ich habe mich noch nicht vom Ergebnis der letzten Volksabstimmung erholt, bin immer noch entsetzt und zornig über die landesweite Kurzsichtigkeit, Kleinlichkeit und das Portemonnaie-Denken, da flattert mir ein Roman ins Haus mit dem Titel Der Tag, an dem die Männer Nein sagten

Thematisiert wird darin vordergründig die erste Schweizer Volksabstimmung über ein Frauen-Stimm-und-Wahlrecht am 1. Februar 1959. Hauptsächlich aber geht es um die Situation der Frauen zu jener Zeit. Im Ausland war das Stimm- und Wahlrecht den Frauen schon längst erteilt – in der Schweiz verweigerten die stimmberechtigten Männer den Frauen das Mithandeln und Mitbestimmen noch bis 1971. Eine nationale Schande. Doch sind an einer solchen nur die Männer schuld?

1959, meine lieben Schweizer Damen, waren es die Männer, die Nein sagten – 2021 hättet Ihr es in der Hand gehabt, die Zukunft mitzugestalten, Euern Mädchen, Buben, Enkeln eine Welt zu hinterlassen, in der es sich zu leben lohnt. Stattdessen geniesst Ihr euer gespritztes Gemüse, sauberes Trinkwasser kauft Ihr beim Grossverteiler in PET-Flaschen (was kümmern euch die Fische), ihr wollt statt saubere Luft euren SUV und billigst mit dem Flieger Weiss-der-Teufel-wohin – und die gesalzene Rechnung all dessen sollen eure Nachfahren zahlen.

Ihr hättet ein Zeichen setzen können, ihr hättet mutig sein können wie es eure Vorfahren waren, fortschrittlich, ein Vorbild für andere Länder. 

Stattdessen wart ihr kleinlich, kurzsichtig, habt euch beeinflussen lassen, habt euern Geldbeutel sprechen lassen statt Herz und Verstand. (Übrigens: Das Gemüse wird trotzdem teurer, die Hagelgewitter und Regengüsse haben nämlich auch etwas mit dem Klimawandel zu tun, den Ihr so konsequent nicht wahrhaben wollt. Und dass die Bauern, äh Fleisch- und Gemüseproduzenten, jetzt wieder am lautesten nach Entschädigungen schreien, wen überrascht’s?) 

Kurzsichtigkeit, Kleinlichkeit und Geiz-ist-geil-Mentalität sind wohl nicht nur bei Männern weit verbreitet. Wenn wir lieber landesweit aufgehängten Plakaten glauben, als selber zu denken, sollte man uns das Stimm- und Wahlrecht wohl besser verweigern. Wollen wir weiterhin Mitdenken und -handeln? Wenn man uns dereinst diese Frage vorlegen würde, was würden wir gesamtmehrheitlich wohl antworten. Ich befürchte ein Nein! 

Zurück zum Buch:

Die Autorin Clare O’Dea ist eine Irin, die schon lange in der Schweiz lebt. Dass sich eine Irin unserer beschämenden Geschichte annimmt, ist schon aussergewöhnlich, doch vielleicht braucht es gerade den Blick aus der Distanz, um diesem Thema etwas Neues abzugewinnen. Und tatsächlich geht es O’Dea weniger um die Geschichte dieses Neins als um die Frauen und ihre Situation im Land.

In ihrem Roman begegnen wir vier Frauen am Abstimmungssonntag. Vreni ist eine Bäuerin aus dem Freiburgischen, praktisch, zupackend und illusionslos. Ihr Mann wird gegen das Frauenstimmrecht stimmen. Heute fährt sie zu ihrer Tochter Margrit, die in der Stadt ein sogenannt freies Leben führt, aber doch ziemlich schutzlos der Macht ihres Chefs ausgeliefert ist. Dort lebt auch die Putzfrau Esther, der man ihren Buben weggenommen hat, weil sie alleinerziehend ist. Und dann ist da noch Beatrice, aus guter Familie, finanziell abgesichert und unverheiratet. Ihr kann so leicht keiner ans Bein pinkeln. Doch zu welchem Preis? 

Was mich am meisten erstaunt hat: Das Resultat der Abstimmung wird alle vier Frauen betreffen, doch es sind die Alltagprobleme, die bei allen mehr Gewicht haben. Das mag daran liegen, dass das Nein schon im Vorfeld der Abstimmung als wahrscheinlich gilt. Es bedeutet aber auch, dass die Frauen ihren Männern ihre Abwertung als einzig für Küche, Kinder, Kirche zuständig durchgehen lassen. Solche, die bestimmen, brauchen eben immer auch solche, die sich überstimmen lassen. 

Und das wird mein Motto für die nächste Abstimmung: Ich werde laut sein, ich werde sagen was ich denke. Ich werde mobilmachen.

Titel: Der Tag, an dem die Männer Nein sagten, Roman, 125 Seiten

Autorin: Clare 0’Dea, aus dem Englischen ins Deutsche übertragen von Barbara Traber

Verlag:  www.clareodea.com, 2021

ISBN 978-2-9701445-1-9, zu bestellen bei  The Fundraising Company Fribourg AG, Route du Grand-Pré 26, 1700 Fribourg

Das Buch ist gleichfalls in der englischen Originalfassung, aber auch in französischer oder italienischer Übersetzung erhältlich, Preis Fr. 18.–

Trotzkopf erliegt Frauenheld

Gerade mag ich Romane ganz schön altmodisch: Lange verschachtelte Sätze, ausführliche Beschreibungen von Landschaften, Wetter und Menschen mitsamt ihrer Herkunft und allen Verwandtschafts- und sonstigen Beziehungen. Hängt ja alles mit allem zusammen und vermittelt Stimmung. 

Und wenn ich so nebenbei noch etwas Geschichtliches oder die Lebensumstände in anderen Zeiten erfahre, ist mein Leseglück vollkommen.

Da kommt mir die vom Kröner-Verlag neu herausgegebene Kristin Lavranstochter gerade recht. Erstmals veröffentlicht wurde die Trilogie um das aus Mittelnorwegen stammende Mädchen Kristin 1920. Die Autorin war Sigrid Undset, Schriftstellerin und 1928 Literatur-Nobelpreisträgerin.

Kröner legt eine Neuübersetzung aus dem Norwegischen vor. Erschienen ist bis jetzt Band I Der Kranz, die beiden weiteren Bände werden folgen.

Zur Story: Kristin wächst als behütete Tochter des stolzen Bauern Lavran Bjørgulvssohn und seiner Gattin Ragnfrid in Mittelnorwegen auf. Die Geschichte spielt im 14. Jahrhundert. Norwegen ist christanisiert, die alten Götter kommen noch in Geschichten und Liedern vor, der alte Glaube flackert wenn, dann im Verborgenen auf. Das Leben ist streng geregelt. Beten und arbeiten, ein gottgefälliges Leben führen. Die Frauen gehorchen ihren Vätern und Ehemännern. Ausschweifungen sind sündhaft. Man kennt sich und passt aufeinander auf.

Kristin wird mit Simon verlobt. Kristins Eltern sind von diesem Arrangement begeistert, doch die Verlobte findet ihren Verlobten reizlos. Dann begegnet sie dem Lebemann Erlend, der nicht lange zögert und die Klosterschülerin im Nullkommanichts verführt. In Kristin wächst der Widerstand gegen Simon und damit auch gegen ihre Eltern. Ihr Herz schlägt für Abenteuer und die grosse Liebe.

Ja, in diesem Roman werden Herzen gebrochen. Hier wird gelitten, getrotzt, gestritten. Mordgedanken werden gesponnen, Schwerter werden gezückt, Fluchten ausgedacht. Es wird gebeichtet und Sünden müssen gebüsst werden. Wenn nicht sofort, so bestimmt nach dem Ableben.

Die Geschichte hat mich in sich hineingezogen. Ich fand die Lebensumstände von Kristin und ihrer Familie höchst spannend, die Charaktere fein gezeichnet. Selbstverständlich ist mir bewusst: zwischen der Entstehung des Romans und der Zeit, in der er spielt, liegen mehrere hundert Jahre. Eine Darstellung Norwegens im 14. Jahrhundert und seiner Bewohner aus unserer Sicht kann demnach nur eine Annäherung sein. Sigrid Undset schaffte es aber, mich mit ihren Figuren frieren und hungern, mich aber auch an ihren Freuden, Arbeiten und Festen teilhaben zu lassen, so dass ein stimmiges Gesamtbild entstand. Ich freue mich schon auf Band II und III ­– sollte mir mal wieder mal ganz nostalgisch zumute sein. 

Titel: Kristin Lavranstochter, Der Kranz, Band I, Roman, gebunden, 383 Seiten

Autorin: Sigrid Undset, aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs 

Verlag: Alfred Kröner Verlag, 2021

ISBN 978-3-520-62101-6, Fr. 32.00/Euro 22.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Norwegen im 14. Jahrhundert. Kristin möchte nicht das von ihrem Vater für sie vorgesehene Leben als Gattin des seriösen, aber farblosen Simon, sondern verliebt sich in Erlend. Das in modernen Augen etwas zu fügsam geratene Mädchen verliert in Erlends Nähe Herz, Ehre und Verstand. Und setzt sich durch. Grosse Gefühle in dramatischer Landschaft. Schöne, alte Literatur zum Wiederlesen.

Für wen: Rebellinnen oder solche, die es gerne wären.

Wer macht den besten Gammelhai?

Ein humorvoller Blick auf das menschliche Zusammenleben an einem abgelegenen Ort, gepaart mit philosophischen Gedanken eines Protagonisten, der in seinem isländischen Dorf wegen seiner intellektuellen Schlichtheit und seines Gammelhais bekannt ist: Dies ist Kalmann, der bei Diogenes erschienene Roman von Joachim B. Schmidt.

Schmidt erzählt aus der Sicht von Kalmann Òdinsson. Kalmann lebt allein im Haus seines Grossvaters im Fischerdorf Raufarhöfn, das ganz im Norden Islands liegt. Der Ort hat schon bessere Zeiten gesehen. Wer kann, lebt lieber anderswo. Ausser Kalmann. Für ihn ist Raufarhöfn genau richtig: Hier spielt er Dorfsheriff, in der Umgebung geht er auf die Jagd, im Hafen liegt sein Boot, mit dem er hinausfährt, um Grönlandhai zu fangen. Hier steht auch die Bude, in welcher er den besten Gammelhai Islands fabriziert. Das einzige was Kalmann zu seinem Glück noch fehlt, ist eine Frau. Doch Frauen sind rar in Raufarhöfn. Immerhin hat Kalmann einen richtigen Freund. Der ist zwar ein Sonderling wie Kalmann selbst, kommt aber in Computerdingen draus wie kein anderer.

Doch dann passiert etwas: Kalmann ist auf der Fuchsjagd und findet eine grosse Blutlache im Schnee. Der Dorfkönig Robert McKenzie ist und bleibt verschwunden. Ist etwa ein Eisbär von Grönland nach Island geschwommen und hat Robert aufgefressen?

Der Autor spielt in Kalmann mit Krimielementen, die zwar die Handlung vorantreiben, aber ohne dieHauptrolle zu übernehmen. Die gehört auf jeden Fall der Figur Kalmann. Man ist sich bei ihm nie sicher, ist er so naiv wie er daherkommt, nämlich mit Sheriffstern und – ungeladenem – Revolver, oder doch schlauer, als es die Polizei erlaubt. Kalmanns schulische Leistungen mögen bescheiden gewesen sein, doch er hat seinem Grossvater gut zugehört und weiss deshalb, wie man durchs Leben kommt. Gut, das mit der Impulskontrolle funktioniert nicht immer, vor allem dann nicht, wenn man mit Kalmann zu laut spricht. Aber ansonsten hat Kalmann das Leben im Griff.

Wunderbar, welch herrlich normal-schräge Figuren Schmidt in seinem Roman auftauchen lässt: Da wäre zum Beispiel Bragi, der Dichter, der mehr zu wissen scheint über das Verschwinden von Robert McKenzie. Oder die Plaudertasche Magga, mit der eine Autofahrt nach Húsavík ganz schön anstrengend wird. Oder die Polizistin Brina, in deren Nähe es Kalmann nicht recht wohl ist, obwohl sie ihn fasziniert. Oder die Litauer, eine Gruppe von Gastarbeitern, bei denen sich jeder fragt, was genau sie in den isländischen Norden verschlagen hat. Beschrieben wird dieser Mikrokosmos in einer Sprache, die zur Gedankenwelt von Kalmann passt: Geradeheraus, schlicht, gewitzt.

Titel: Kalmann, gebunden, 350 Seiten

Autor: Joachim B. Schmidt 

Verlag: Diogenes, 2020

ISBN 978-3-257-07138-2, Fr. 32.00/Euro 22.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Raufarhöfn mag zwar weit weg von allem sein, aber es ist doch mitsamt seiner Einwohnerschaft ziemlich von dieser Welt. Dies die Kürzestfassung von Kalmann, einem humorvoll-abgründigen Roman, in dessen Mittelpunkt ein Grönlandhaifischer steht, der es vom Dorforiginal zum Fernsehstar und schliesslich zum Retter einer Staatsbeamtin bringt. 

Für wen: Dass man Gammelhai mag, ist keine Vorbedingung, diese Geschichte ein reines Vergnügen zu finden.