Das macht im Alter Spass: Macken pflegen und sich ein paar neue T(r)icks zulegen

Amüsant und schnell gelesen ist das Büchlein von kein&aber Fünfzig Dinge, die erst ab 50 richtig Spass machen. Und regt an, sich sein Leben als ü50 genauer auf den Spassfaktor hin anzuschauen. 

Gestern hat ein Fernsehsender die Finnin Lena Salmi vorgestellt, die seit ihrem 61. Lebensjahr mit dem Skateboard unterwegs ist. Ganz schön selbstbewusst, die Dame mit Pfupf im Hintern, der es offensichtlich schnurzpiepegal ist, was andere Leute von ihrem „Knochenbrecher-Hobby“ halten. Und gerade darum geht es auch in dem vorgestellten Büchlein. Etwas zu wagen, für das man bisher keine Zeit hatte, z. B. eine Kur machen (das mit dem Kurschatten sollte man sich allerdings überlegen), das als unschicklich oder langweilig gilt, z. B. die Haare wild spriessen zu lassen und jeden Tag ein Gedicht auswendig lernen. Oder auch scheinbar Abwegiges planen, etwa die Musik für die eigene Beerdigung oder doch besser eine Reise mit einem Bulli. Dabei kann man ganz schön Gas geben und die alten Zeiten wieder aufleben lassen.

Nun sind mir Ratgeber immer etwas suspekt, aber ich bin trotzdem neugierig genug, um zu erfahren, was ich mit meinem Restleben so alles anstellen könnte. Und siehe da: Die meisten der vorgeschlagenen Dinge habe ich selbst schon für mich entdeckt. Ich streune gerne im Wald herum auf der Suche nach Pilzen. Ich koche Sachen, die absurd aufwendig sind. Ich sage, wenn mir was nicht passt, und wenn mich einer danach weniger mag: So what? Ich tue etwas, was ich nicht kann (einen Blog betreiben). Anderes wiederum kann ich getrost bleiben lassen: Bikinis mochte ich noch nie, lange Haaren sahen schon in Teenagerzeiten blöd an mir aus, und die alten Liebesbriefe habe ich entsorgt. Man weiss ja nie, wem die sonst mal in die Hände fallen…

Was ich noch tun werde, auf Anregung des Buches hin: Ich werde die Wohnung von Freunden hüten, sofern sie soviel Vertrauen in mich setzen wollen. Ich werde Bücher nicht zu Ende lesen. Vielleicht werde ich Rock’n’roll tanzen lernen. Und ich werde mir einen Preis für mein Lebenswerk verleihen.

Titel: Fünfzig Dinge, die erst ab 50 richtig Spass machen, 183 Seiten und einige Leerseiten für eigene Ideen, gebunden

Autorinnen: Andrea Gerk, Moni Port

Verlag: kein&aber, 2019, http://www.keinundaber.ch

ISBN 978-3-0369-5811-8, Fr. 23.90/Euro 15.00

Kurzbeschrieb/-bewertung: Flotter Ratgeber für angegraute Menschen, die mit grauen Haaren leben können, aber etwas gegen Angestaubtsein haben.

Für wen: Für alle, die bisher meinten, ab 50 sei das Leben so gut wie vorbei. Ideal für sogenannte Geburtstagskinder.

Veröffentlicht von

Jolanda Fäh

Journalistin, Autorin, Lektorin, Herausgeberin

Ein Gedanke zu “Das macht im Alter Spass: Macken pflegen und sich ein paar neue T(r)icks zulegen”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s